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Der weiße Tod

Andreas Koristka über Renate Künasts Kampf gegen die Kinderdroge, Passivbezuckerung und Kariesherde im Nahen Osten

  • Von Andreas Koristka
  • Lesedauer: 3 Min.

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Deutschland wird dieser Tage von einem einzigen Thema beherrscht: Eine Welle droht, über uns hereinzuschwappen. Doch zum Glück wollen Die Grünen uns retten. Retten vor der großen Gefahr des Zuckers

Deutschland wird dieser Tage von einem einzigen Thema beherrscht: Eine Welle droht, über uns hereinzuschwappen. Es ist die weiße Pest, die alles überrollt. Kleine fiese Kristalle, die sich zu einem großen todbringenden Gemenge vermengt haben, brechen über uns herein. In ihrer unnachgiebigen Unbarmherzigkeit schicken sie sich an, unsere Zivilisation auszulöschen. Alles wird sie unter ihrer gleichmachenden Klebrigkeit begraben: die Theater, die Krankenhäuser und die Primark-Filialen. Doch noch sind wir nicht verloren: Einsam stehen Bündnis 90/Die Grünen an unserer Seite, um der Gefahr zu trotzen. Der Kampf gegen den Zucker hat begonnen!

Den wollen die Grünen jetzt geschlossen angehen. Denn, so ließ Renate Künast verlauten: »Zucker ist der neue Tabak.« Das muss man sich ungefähr so wie die Grünen vorstellen, die die neue FDP sind - nur nachhaltiger, abgeschmeckt mit einem gerüttelt Maß an Claudia Roth und einer klitzekleinen totalitären Note. Genau die richtige Partei für das neue deutsche Bürgertum.

Die Wähler der Grünen haben natürlich schon längst erkannt, wie wichtig die Ernährungsfrage ist. Sie selbst haben sich bereits allerhand Nahrungsmittelunverträglichkeiten ersonnen, um ihrer Existenz auf Erden einen Sinn zu verleihen. In Berlin-Prenzlauer Berg und allen anderen Orten der Republik, wo deutsche Blockwartmentalität auf Kinderwagen-Yoga trifft, ist man schon seit Jahren gewohnt, seinen glutenfreien Dinkelkeks vor sich herzutragen, als wäre er eine Rolex. Er ist das persönliche Schutzschild vor einem zeitigen Herzinfarkt und vor dem Abstieg in niedere gesellschaftliche Klassen, die alles fressen, was das Penny-Regal hergibt. Doch wie soll der Kampf gegen den Zucker über die eigene Schicht hinaus exportiert werden?

Klar ist, dass man Hartz-IV-Familien - und niemand anderes frisst diesen Zuckermist - nicht einfach vor den todbringenden Gefahren, die in allem Süßen lauern, warnen kann. Menschen, die zu dämlich sind, zu Naturstrom zu wechseln, werden sich auch jedem anderen vernünftigem Argument verschließen. Nein, der Kampf gegen den Zucker muss rigider angegangen werden. Mit Stumpf und Stil muss diese Seuche ausgerottet werden, die den deutschen Volkskörper schon viel zu lange zersetzt hat. Süßigkeiten-Werbung, die sich an Kinder richtet, muss laut Renate Künast natürlich als erstes verboten werden. Anders kann man nicht verhindern, dass die durchschnittlich 4425 Euro, über die jedes Hartz-IV-Kind laut Statistik jeden Monat frei verfügen kann, komplett für Leckereien ausgegeben werden.

Der Kinderschutz kann aber nur ein erster Schritt sein. Später wird man auch erwachsene Menschen vor dem gefährlichen Passivzuckern bewahren müssen. Denn kleine Kristalle können bei grober Bezuckerung die Tassen zuckerfrei lebender Tischnachbarn erreichen, von denen immer noch jeder am Ende seines Lebens stirbt. Ein gesundheitspolitischer Skandal!

Auch die derzeitig vermehrt stattfindende Einwanderung Asylsuchender ist unter dem Gesichtspunkt der latenten weltweiten Zuckergefahr mit Vorsicht zu genießen. Selbstverständlich heißen gerade auch die Grünen die Kriegsflüchtlinge willkommen. Dennoch wäre es geradezu blauäugig, nicht davon auszugehen, dass sich unter den zum größten Teil friedfertigen Neuankömmlingen nicht auch die ein oder andere vereinzelte Naschkatze versteckt, die nur darauf wartet, dass Mutti unaufmerksam ist, um sich an der Karamellbonbonbüchse gütlich tun zu können. Bei aller berechtigten Nächstenliebe sollten wir also dafür Sorge tragen, dass wir uns nicht an den Kariesherden des Nahen Ostens anstecken!

Wenn uns das gelingt, dann dürfte das Fernziel eines zuckerfreien Lebens eines weit entfernten Tages möglich werden. Die Welt würde eine bessere sein und weniger schmackhaft wäre sie überdies. Zu verdanken hätten wir es wieder einmal der grünen Partei.

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