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Durchsuchungen bei K+S: Salzlauge illegal entsorgt

Erfurt. Ermittler haben wegen des Verdachts illegaler Abfallentsorgung am Mittwoch Büro- und Geschäftsräume des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S durchsucht. Es habe sich um vier Bürogebäude sowie zwei Privatwohnungen in Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz gehandelt, wie das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt mitteilte. Die Ermittlungen richteten sich gegen 15 Verantwortliche von K+S in Kassel, Unterbreizbach und Philippsthal sowie zwei Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes. Es gehe darum, dass das Unternehmen Salzlauge in der Gerstunger Mulde in den Erdboden gepumpt haben soll (Foto: Werra bei Dankmarshausen).

K+S mit Sitz in Kassel - und mit über 4000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Grenzgebiet von Hessen und Thüringen - teilte mit, der Konzern kooperiere in vollem Umfang mit den Ermittlungsbehörden. Zu den laufenden Ermittlungen wollte sich das Unternehmen jedoch nicht äußern.

Insgesamt soll der Konzern nach LKA-Angaben von 1999 bis 2007 bei der Kaligewinnung 9,5 Millionen Kubikmeter Abfall in den sogenannten Plattendolomit versenkt haben. Die Genehmigung dafür erteilte das Landesbergamt, obwohl aus Sicht der Ermittler die wasserrechtlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren.

Aufgrund der geologischen Beschaffenheit der Gerstunger Mulde habe damit gerechnet werden müssen, dass sich die versenkte Salzlauge unkontrolliert ausbreite. Der Mineralgehalt der versenkten Kalilauge sei etwa zehnmal höher als Meereswasser gewesen und habe damit eine Gefahr für das Grundwasser dargestellt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Meiningen gehen auf eine Strafanzeige der thüringischen Gemeinde Gerstungen von 2008 zurück. Seither laufe ein umfangreiches Verfahren, dessen Ende derzeit noch nicht absehbar sei.

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

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