Schachkolumne von Carlos García Hernández

  • Von Carlos García Hernández
  • Lesedauer: 2 Min.

Lewon Aronjan (Armenien; 32) hat in St. Louis (Missouri) gerade den Sinquefield Cup, das alljährlich stärkste US-Turnier gewonnen. Zum illustren Teilnehmerkreis gehörte auch Weltmeister Magnus Carlsen, der zwei Partien verlor und das Turnier mit einem Punkt weniger als Aronjan beendete. Der Champion durchlebt momentan wahrscheinlich die bisher schwierigsten Momente seiner Karriere.

Aronjan hingegen scheint sein ebenfalls schon länger anhaltendes Tief mit diesem Sieg überwunden zu haben. Die Auslöser seiner Krise sind unbekannt, doch sollen sie dem Vernehmen nach in psychologischen Problemen zu finden sein. Doch in St. Louis ließ er seine gewohnte Genialität bereits wieder erkennen. Ein Spieler, der solche Meisterwerke hervorbringt wie gegen Wesley So (Philippinen; 21) hat sich einfach einen Platz in der Weltelite verdient.

So, Wesley (ELO: 2779) - Aronjan, Lewon (2765) [E20 - Nimzo-Indisch], Sinquefield Cup, St. Louis (USA) 26.08.2015 (4. Runde)

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.f3 c5 5.d5 0-0 6.e4 d6 7.Sge2 a6 8.a4 La5 9.Ld2 exd5 10.cxd5 Sh5! [Obwohl Aronjan letztendlich ...f5 nicht spielen wird, hält er sich diese Option offen und damit den Druck hoch. Nach 12...b5 wird er auf beiden Flügeln die Initiative übernehmen] 11.g3 Sd7 12.Lg2 b5! 13.g4? [Der Springer auf h5 steht in Beton gegossen, und er wird dort nicht weichen 13.axb5 axb5 14.0-0 b4 15.Sa4=] 13...b4 14.Sb1 [14.gxh5 bxc3 15.bxc3 Dh4+] 14...Dh4+ 15.Kf1 Se5! 16.Le1? [16.gxh5 wäre besser gewesen 16...f5 17.Le1] 16...Df6! 17.gxh5 Sxf3 18.Lf2 Lg4! [Besser als 18...Dxb2] 19.Dc1 Sd4! 20.Sxd4 cxd4 21.e5 [21.Sd2 wäre keine Lösung gewesen 21...Tac8 22.Db1 d3 23.Dxd3 Dxb2 24.Tb1 Tc1+ 25.Txc1 Dxc1+ 26.Le1 b3] 21...dxe5 22.Sd2 Tac8 23.Db1 b3! 24.Sxb3 Lb6 25.a5 [Diagramm I] 25...La7 [Sehr schön gewesen wäre auch 25...Tc2!! 26.Dxc2 d3 27.Dd2 Le2+] 26.Kg1 Lf5 27.Le4 Dg5+ 28.Kf1 [Diagramm II] 28...Df4! [Hier gab So auf, weil ...d3 die Partie gewinnt] 0-1

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung