20 MCs aktiv in Berlin und Brandenburg

Zuletzt ist es etwas ruhiger geworden um kriminelle Motorradclubs, die sichtbare Gewalt ging zurück. Berliner Chapter ziehen ins Umland.

Mindestens 20 kriminelle Biker-clubs sind nach Behördenangaben in Berlin aktiv. Sie gehören als Untergruppierungen zu sieben größeren Vereinigungen wie den Hells Angels, Bandidos, dem Gremium MC oder den Streetfighters. Das teilte die Senatsinnenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Innenpolitikers Tom Schreiber mit. Die Clubs seien »polizeilich relevant in unterschiedlicher Intensität«. Der Wirkungskreis vieler Banden, die sich durch Schutzgelderpressung, Drogenhandel und Frauenhandel finanzieren, beschränke sich dabei »ausdrücklich nicht nur auf Berlin«, schrieb der Senat.

Die Gruppen in der Hauptstadt tragen Namen wie Hells Angels MC East District, Gremium MC Berlin Black North, Born to be Wild MC Wild City, Rolling Wheels MC Nomads und Turkos MC Berlin. Insgesamt gebe es in der Stadt etwa 1000 Biker, die im kriminellen Milieu agierten, so der Senat. Die genaue Zuordnung zu den einzelnen Clubs sei zuletzt schwieriger geworden, weil es weniger Großveranstaltungen gab und das Tragen der Abzeichen und Kutten zum Teil verboten war, so dass »der Personenkreis nur noch bedingt erkennbar war«.

Die Berliner sind auch im brandenburgischen Umland unterwegs. Die Strukturen seien »zwar lokal unterschiedlich ausgeprägt, kriminalgeografisch jedoch als gemeinsamer Handlungsraum zu bewerten«, schreibt der Senat. »Es war in den vergangenen Jahren erkennbar, dass Rockergruppierungen zum Teil Standorte in das Land Brandenburg verlagert haben, aber dennoch weiter in Berlin aktiv sind.« dpa/nd

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