Jenseits von Lichtenhagen

Kochen, Singen, Tanzen - und natürlich Fußball: In Rostock dauern die Multikulturellen Wochen inzwischen von August bis Dezember

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Seit 1992 gilt Rostock vielen als Inbegriff von Rassismus und Hass - sehr zu Unrecht, wie das blühende migrantische Vereinsleben zeigt.

Immer, wenn in Deutschland vor Flüchtlingsheimen Feindseligkeit demonstriert oder sogar Feuer gelegt wird, sind sie wieder da, die alten Schlagwörter und Bilder: »Lichtenhagen«, die Brandsätze und der Mann mit dem Deutschlandtrikot, nasser Trainingshose und Hitlergruß.

Zuletzt war das wieder so, als ausgerechnet am Jahrestag jener Vorfälle im sächsischen Heidenau eine hasserfüllte Menge vor einer Flüchtlingsunterkunft randalierte. Die dunkeldeutschen Nächte des August 1992 haften Rostock nachhaltig an.

Dabei hat sich dort seither eine höchst aktive Gemeinschaft von Einwanderergruppen entwickelt, die sich nicht in einer Opferrolle sieht. Einer der ältesten dieser Vereine ist der vietnamesische Diên Hông, dessen Gründung im Jahr 1992 sich noch direkt auf »Lichtenhagen« beziehen lässt. 1992 entstand auch der Migrantenrat MIGRO, ein kommunales Gremium, das in Kontakt mit dem Rathaus und der Bürgerschaft die Anliegen von Einwanderern vertrit...


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