Werbung

Solidarität kostet Geld

Kurt Stenger über falsche Finanzpolitik in Zeiten der Flüchtlingskrise

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Aufnahme von Flüchtlingen ist in erster Linie eine humanitäre Frage, doch die riesige Hilfsbereitschaft wird durch staatliche Geldknappheit gebremst. Da die Ebbe in den öffentlichen Kassen von einer Politik der blindwütigen Sparvorgaben in Euroland mutwillig herbeigeführt ist, ließe sich dies aber rasch auch wieder ändern: durch eine Lockerung der Defizitkriterien. Bei Naturkatastrophen oder einer schweren Wirtschaftskrise darf die Drei-Prozent-Quote überschritten werden, warum nicht auch in der aktuellen Flüchtlingskrise? Zumal sich dies später auch auszahlen würde: Lebensmittelhändler und Kleiderfirmen verkaufen mehr, Baufirmen und Handwerker freuen sich über zusätzliche Aufträge, und und und. Die Wirtschaft wächst, der Staat erzielt höhere Steuereinnahmen.

Eine solche Sichtweise stellt das Weltbild der deutschen Konservativen infrage - und so würgte Wolfgang Schäuble entsprechende Vorschläge beim jüngsten EU-Finanzministertreffen gleich ab. Das Geld muss also durch Umschichten im Haushalt aufgebracht werden: Was den Flüchtlingen zugutekommt, wird bei anderen abgezweigt. Dies wird früher oder später für böses Blut sorgen und den Rechten Munition liefern. Flüchtlinge sollten deshalb nicht als Problem, sondern als Herausforderung und Chance gesehen werden. Und Solidarität darf nicht am knappen Geld scheitern.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!