Eiszeit zwischen Wien und Budapest

Nazi-Vergleich des österreichischen Kanzlers lässt die Stimmung gefrieren

  • Von Manfred Maurer, Wien
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Flüchtlingskrise bewirkt eine weitere Entfremdung zwischen einst befreundeten Nachbarn. Österreichs Kanzler Faymann verglich das Vorgehen von Ungarns Premier Orban mit der NS-Zeit.

Die Zeiten nostalgisch verklärter k.u.k.-Romantik sind längst vorbei. Bevor Ungarn der EU beigetreten ist, verstand sich Österreich als Anwalt der Magyaren. Das bilaterale Verhältnis konnte nicht besser sein. Gemeinsam war man stolz auf den Sommer 1989, als die Öffnung der österreichisch-ungarischen Grenze und die pragmatische Durchschleusung Zehntausender Ostdeutscher durch Österreich der DDR den Todesstoß versetzte. Es wirkt daher wie Ironie der Geschichte, dass ein ähnlicher Vorgang nun das schon seit Längerem angespannte Verhältnis in eine regelrechte Eiszeit umschlagen lässt.

Abgekühlt hatten sich die Beziehungen, seit Viktor Orban in Budapest regiert. Einmal ließ er die ausländischen, vor allem österreichischen Banken bluten, um seinen Landsleuten einen günstigen Ausstieg aus den unbezahlbar gewordenen Franken-Krediten zu ermöglichen. Mehrfach änderte die Orban-Regierung Gesetze so, dass in Ungarn tätige österreichische Unte...


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