Alte Präsidialgarde putscht in Burkina Faso

Kurz vor den Neuwahlen schlagen die Kräfte des 2014 ins Exil vertriebenen Langzeitpräsidenten Blaise Compaoré zurück

  • Von Bernard Schmid, Paris
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In Burkina Faso haben Putschisten am Donnerstag die Übergangsregierung entmachtet und einen neuen Präsidenten eingesetzt.

Es gibt keinen Zweifel: Was sich in Burkina Faso seit Mittwoch abspielt, ist ein reaktionärer Militärputsch. Es ist der Versuch, das Rad der Geschichte zurückzudrehen und die Kräfte des Alten wieder in ihre Machtpositionen und Privilegien einzusetzen. Darüber kann die offizielle Bezeichnung als »Nationaler Rat der Demokratie« für das neue Regime nicht hinwegtäuschen.

Am Donnerstagnachmittag waren laut Meldungen in den sozialen Netzwerken von vor Ort bereits mindestens zehn Tote zu verzeichnen. Eine Eliteeinheit der Armee von Burkina Faso, das »Regiment für die präsidiale Sicherheit« (RSP), schoss auf das Tonstudio des für sein Engagement bekannten Rappers Smockey. Zur selben Zeit war sein Musikerkollege »Sams’k Le Jah«, mit dem zusammen er die Basisbewegung »Le balai citoyen« - »Der Bürgerrechtsbesen« - betrieb, bereits durch die Männer dieser mit reichhaltigen Privilegien ausgestatteten Präsidentengarde inhaftiert worden. In sein...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.