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Festspiele: Orfeo und Michael

Das Musikfest Berlin präsentiert an diesem Freitag und Sonnabend im Haus der Berliner Festspiele ein zentrales Werk von Karlheinz Stockhausen: »Michaels Reise um die Erde«. Stockhausen komponierte das Werk als erstes Stück seines »Licht«-Zyklus. Darin finden die Handlungspersonen allein durch das musikalische Material ihre Ausdrucksform. Statt des in der Oper üblichen Gesangs werden sie mit Mimik, Gestik und Choreografie durch die Instrumente dargestellt. Der Komponist ordnet ihnen meist einstimmige Melodiefragmente zu, die jede Figur auszeichnen. Die Reise des Michael - eine Erzengel-Gestalt, die Züge des Komponisten trägt - beginnt am Südpol und erreicht über die Stationen Köln (Neue Musik der 50er/60er Jahre), New York (Jazz), Japan (die Tempelinstrumente Keisu, Rin und die Geisha-Glocke), Bali (Gamelan), Indien (Harfe und Saiteninstrumente) und Afrika (Perkussionsmusik) mit einer hymnischen Zeremonie schließlich Jerusalem.

Ebenfalls ab diesem Freitag (bis 4. Oktober) zeigen die Berliner Festspiele im Martin-Gropius-Bau die performative Installation »Orfeo« von Susanne Kennedy, Bianca van der Schoot, Suzan Boogaerdt und dem Solistenensemble Kaleidoskop, die zuvor bei der Ruhrtriennale in Essen zu sehen war. »Orfeo« ist hier als begehbarer Parcours konzipiert. Die Handlung konzentriert sich auf die Reise durch die Unterwelt. Inspiriert vom »Tibetischen Totenbuch« sei ein polyphones Raumgefüge gestaltet worden, durch das sich der Besucher bewegen wird. Musikalische Fragmente der Oper Monteverdis verselbstständigen sich und verbinden die Räume, die Eurydike bewohnt. Mit dem Orfeo-Logbuch, nachzulesen im Blog der Berliner Festspiele, hat die Journalistin Julia Kaiser die Produktion begleitet. nd

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