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Die Nachricht sorgte zu Beginn dieser Woche für Schlagzeilen. Viele Spanier würden sich gerne von der Siesta, der mehrstündigen Mittagspause, trennen und lieber den Arbeitsrhythmus pflegen, der in Mitteleuropa üblich ist. Der notorische Kulturpessimist Theodor Wiesengrund Adorno, ein aus der Art geschlagener Sohn eines Weingroßhändlers, würde die Abschaffung der Siesta wahrscheinlich als Beweis für seine Behauptung werten, dass Kultur heute alles mit Ähnlichkeit schlage. Dass sich die Spanier freiwillig dem deutschen Arbeitsdiktat unterwerfen, ist umso bemerkenswerter, als dass es noch 2012 Widerstand gegen die damals von der Regierung geplante Abschaffung der Siesta im Dienstleistungsgewerbe gab, mit der sich die Politiker mehr Umsatz in den Geschäften in den Touristenregionen erhofften.

Der Abbau kultureller Eigenarten im Zuge der Globalisierung erleichtert die Mobilität und baut Vorurteile ab. Die Nivellierung kultureller Unterschiede stellt aber auch einen Verlust dar: Viele Deutsche haben zum Beispiel mühsam verstehen lernen müssen, dass die ausgedehnte Mittagspause in Spanien nicht der angeblich angeborenen Faulheit der Südeuropäer geschuldet, sondern angesichts der im Süden unseres Kontinents herrschenden Temperaturen in der Mittagszeit durchaus vernünftig ist. Aber es stimmt schon: Ob ein voll klimatisiertes Bürohaus in Oslo, Berlin, Paris oder Madrid steht, ist egal. Die Menschen, die in diesen Gebäuden arbeiten, gleichen sich in Kleidung und Habitus einander wie Königspinguine. In diesem Sinne hatte Adorno doch recht. jam

Foto: akg-images /Album/Oronoz

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