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Cyber-Frieden für alle

Klaus Joachim Herrmann über einen Angriffsverzicht der USA und Chinas

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Die USA und China verhandeln laut »New York Times« über einen gegenseitigen Verzicht auf Cyberangriffe in wichtigen Bereichen der Infrastruktur. Als ebenbürtige Widersacher suchen sie den Vergleich in dieser Sache. Dies aber auch nur deshalb, weil sie sich gegenseitig gleichermaßen übelsten Schaden zufügen könnten und füreinander die größte anzunehmende Bedrohung darstellen. Die soll entschärft werden. Ein Abschluss wird bereits in wenigen Tagen beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA als möglich bezeichnet. Danach dürften weder China noch die USA als erste versuchen, Kraftwerke und Krankenhäuser, Bankensysteme und Telefonnetze des anderen lahmzulegen.

Eine vertrauensbildende Maßnahme ist das zweifellos, doch es dürfte dafür weit mehr Interessenten als nur diese beiden Supermächte geben. Die aber handeln auf eigene Rechnung. Was Washington und Peking für sich lösen, das hat noch lange keine Gültigkeit für den Rest der Welt. Dort gelten weiterhin keine Verträge über den Verzicht wenigstens auf Cyber-Teilkriege, sie sind nicht einmal im Gespräch. Noch lange Zeit dürfte dieses wohl das weltweit einzige Abkommen dieser Art von Angriffsverzicht bleiben. Den Cyber-Frieden verdienen aber nicht nur die Mächtigsten. Jedem sollte der Beitritt möglich, jeder dazu verpflichtet werden.

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