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Fabian Hambüchen turnt zum 37. Meistertitel

Deutschlands Vorzeigeturner setzt bei den deutschen Meisterschaften in Gießen seine Titelerfolgsserie fort

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Die deutschen Turner bestritten am Wochenende in Gießen ihren ersten nationalen Höhepunkt mit den deutschen Meisterschaften und der damit verbundenen ersten WM-Qualifikation.

Gießen. Ganz im Zeichen der Rekordjäger Fabian Hambüchen (Wetzlar) und Elisabeth Seitz (Stuttgart) standen die Turnmeisterschaften von Gießen. Obwohl beide nicht fehlerlos blieben, untermauerten sie ihren Status als Stützen der Auswahlteams, die bei der WM nach den Olympiatickets greifen.

Fabian Hambüchen rockte mit erhobenen Fäusten die Halle, und Elisabeth Seitz landete ihren Last-Minute-Sieg mit zwei Schrauben im Fuß. Die Rekordjäger der deutschen Turnszene waren am Wochenende die Dominatoren in Gießen. Hambüchen fügte am Sonntag nach seinem neunten Mehrkampf-Erfolg vor dem Hannoveraner Andreas Toba und dem Cottbuser Christopher Jursch noch den insgesamt 37. nationalen Titel am Boden (15,30) hinzu und strahlte fünf Wochen vor den WM in Glasgow pure Zuversicht aus. »Ich habe mich pudelwohl gefühlt. Ich bin voll im Zeitplan. In Richtung WM passt alles.«

Ähnlich überwältigt zeigte sich Elisabeth Seitz nach längerer Pause. »Das Jahr war totaler Mist. Erst die OP nach dem Ermüdungsbruch am Fuß, dann der Wechsel von Mannheim nach Stuttgart. Gut, dass ich jetzt zeigen konnte: Ich bin noch da«, meinte die 21-Jährige euphorisch und hatte sogar Tränen in den Augen. Nach ihrem fünften Mehrkampfsieg fügte sie hinzu: »Und das mit zwei Schrauben im Fuß.«

Ganz glatt lief es aber auch bei den Stars nicht. So musste der an der Achillessehne bandagierte Hambüchen nach Absturz vom Reck beim Tkatschew-Flieger einige Minuten um den Sieg bangen, entledigte sich aber mit einer Glanzleistung am Boden dieser Zittersituation und kam noch auf 88,10 Punkte. »Ich bin heilfroh, dass es trotzdem gereicht hat«, sagte der Rekordchampion, der im Vorjahr Eberhard Gienger (34 Titel) als erfolgreichsten deutschen Turner abgelöst hatte und seine Titelserie nunmehr weiter ausbaute.

Seine gute Form unterstrich der 27-jährige Hesse am Sonntag im Finale am Boden und ließ sich bei seinem Heimspiel von fast 2500 Zuschauern feiern. 15,30 Punkte reichten souverän zu Titel 37. »Die Übung lief genauso wie am Vortag, das passt«, meinte er, verpatzte aber anschließend das Pferd-Finale.

Auch Elisabeth Seitz darf sich nun Rekordhalterin nennen. Mit einer Topleistung am Stufenbarren (15,30) riss die 21-jährige Stuttgarterin ihren fünften Mehrkampftitel noch mit der letzten Übung aus dem Feuer. Mit 55,80 Punkten siegte sie vor Pauline Schäfer (Pflugscheid-Hixberg) und der Chemnitzerin Sophie Scheder.

Seitz egalisierte damit den deutschen Uraltrekord der fünfmaligen Mehrkampfmeisterinnen Irma Walther (Nürnberg), Charlotte Scholz (Leipzig) und Karin Büttner-Janz (Berlin). Mit ihrem insgesamt 15. Meistertitel übernahm sie nach dem gewonnenen Finale am Stufenbarren (15,466) die Führung in der DTB-Meisterwertung von der Leverkusenerin Uta Schorn (14). In der DDR hatte die zweifache Olympiasiegerin Karin Büttner-Janz sogar 21 nationale Goldplaketten erworben.

Nach dem Wimpernschlagfinale erhielten auch die Mehrkampfzweite Pauline Schäfer (55,70) und ihre Chemnitzer Trainingsgefährtin Sophie Scheder (3./55,50) von Cheftrainerin Ulla Koch die vorzeitige Einsatzgarantie für die WM. »Je größer der Konkurrenzkampf, desto besser ist das Team«, lobte die Cheftrainerin und fügte noch an: »Einen so spannenden Kampf habe ich noch nie gesehen. Jetzt wollen wir die Olympiatickets: Wir schaffen das.«

Im von Verletzungen gebeutelten Männerteam zeigt die Formkurve des zweifachen Olympiazweiten von 2012, Marcel Nguyen (Stuttgart), nach oben. Nachdem er wegen seines Kreuzbandrisses auf Sprung und Boden verzichtete, demonstrierte er am Barren mit Höchstnote 15,70 Punkten seine Fortschritte. Am Sonntag holte er sich an den Ringen seinen fünften Titel in Serie.

Noch vor der zweiten WM-Qualifikation am 3. Oktober in Stuttgart nominierte Männer-Cheftrainer Andreas Hirsch für die WM neben Fabian Hambüchen auch Andreas Toba (Hannover), Andreas Bretschneider (Chemnitz) und Marcel Nguyen (Unterhaching). Die anderen beiden Turner der sechsköpfigen WM-Riege kommen aus dem Kreis von weiteren acht Athleten, die demnächst in die unmittelbare Wettkampfvorbereitung nach Kienbaum gehen. dpa/nd

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