Flüchtlingsabwehr mit Soldaten

Aert van Riel über den Militäreinsatz der Bundeswehr im Mittelmeer

Die herrschenden Politiker Europas haben die Tragödien auf dem Mittelmeer lange ignoriert. Erst als die Medien immer wieder über ertrunkene Flüchtlinge berichteten und die Betroffenheit zunahm, erfolgte eine Reaktion. Diese richtet sich allerdings allein gegen die Symptome und nicht gegen die Ursachen der waghalsigen Flucht. Bald startet der europäische Militäreinsatz mit Beteiligung der Bundeswehr gegen Schleuser. Es sollen nicht mehr nur Schiffbrüchige gerettet, sondern auch diejenigen festgenommen werden, die den Schutzsuchenden die Fahrt nach Europa mit Schiffen ermöglichen. Nach den nun erfolgten ersten Beratungen im Bundestag zeigt sich, dass eine deutliche Mehrheit zustimmen wird.

Einige Schleuser betreiben ein menschenverachtendes Geschäft und nehmen den Tod anderer Menschen in Kauf. Doch Flüchtlinge können oft nicht legal in die EU einreisen und sind deswegen auf Schleuser angewiesen. Somit verfolgen die europäischen Regierungen mit dem Militäreinsatz in Wirklichkeit kein anderes Ziel, als Schutzsuchende von Wegen in die EU fernzuhalten. Damit verbindet auch die schwarz-rote Bundesregierung die Hoffnung, dass die unliebsame Berichterstattung über Flüchtlingstragödien aufhört. Denn je weiter entfernt sich das Leid der Menschen abspielt, desto geringer ist das öffentliche Interesse hierzulande.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung