Die Wissenschaft von der Vielfalt

Die Ethnologie heißt nicht mehr überall so. Ein Grund, an die Forderung nach einer integrierten Sozialwissenschaft zu erinnern

  • Von Ralf Hutter
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Es ist das Studienfach für Menschen, die sich intensiv mit anderen Kulturen beschäftigen wollen, und zwar nicht nur mit deren Geschichte und Göttern, Konflikten und Essgewohnheiten, sondern auch mit ihrem Alltag und ihren kulturellen Bedeutungsmustern: die Ethnologie. Einen exotischen Hauch hat das Fach nicht nur, weil es die Vorsilbe »Ethno« im Namen hat, die für »Volk« steht, sondern auch, weil es sich traditionell mit Menschengruppen beschäftigt, die ganz anders leben als das Umfeld der europäischen Universitäten, an denen das Fach entstand. Was heute »Ethnologie« heißt, hieß früher »Völkerkunde«, und »Völker« waren in diesem Zusammenhang immer »die Anderen«, die »Vormodernen«, die »Unentwickelten«, die deshalb noch vermeintlich einen ursprünglichen »Volkscharakter« hatten.

Vor Kurzem gibt es erneut einen Namenswandel. »Ethnologie« ist nämlich nicht nur ein deutsches Wort, dessen Wortstamm in vielen anderen Wissenschaftssprache...


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