UN-Chef: EU muss mehr für Flüchtlinge tun

Andrang bleibt weiter hoch

New York. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Beschlüsse des EU-Flüchtlingsgipfels als »Schritt in die richtige Richtung« gelobt. Es seien aber weitere Anstrengungen nötig, »um die Krisen und Konflikte zu lösen, die Menschen dazu bringen zu fliehen, unter anderem in Syrien«, ließ er am Donnerstag (Ortszeit) durch einen Sprecher in New York erklären. Ban rief die europäischen Staats- und Regierungschefs dazu auf, »mehr zu tun, um einen würdigen und humanen Empfang« der Flüchtlinge sicherzustellen, die in Europa Schutz suchten. Die EU solle erwägen, für Flüchtlinge und Migranten mehr legale und sichere Fluchtrouten in ihr Gebiet zu öffnen, »sodass sie nicht in die Hände krimineller Netzwerke fallen und sich auf eine gefährliche Reise machen«.

Derweil bleibt an den Grenzen in der EU wie an den Außengrenzen der Andrang Schutzsuchender hoch. Nach Angaben der Polizei trafen allein bis Freitagmorgen rund 4500 Menschen über Ungarn kommend in Österreich ein. Im Flüchtlingsstreit zwischen beiden Ländern ist bei einem Gespräch der Regierungschefs am Freitag in Wien kaum Annäherung erzielt worden. An der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien kommen täglich zwischen 3000 und 4000 Flüchtlinge an, die weiter nach Serbien wollen. Athen trifft erste Vorbereitungen für die Bildung von Zentren zur Flüchtlingsregistrierung.

Die Grenzblockade zwischen Kroatien und Serbien wurde aufgehoben. Die Anzahl der Kinder auf der Flucht nach Europa hat sich laut UN-Angaben in den vergangenen Monaten dramatisch um 80 Prozent erhöht. Von Januar bis Ende Juli hätten 133 000 Minderjährige in Europa Asylanträge gestellt, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) in Genf mit. Agenturen/nd

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