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Bsirskes Dilemma

Velten Schäfer über die neuen Verhandlungen in Sachen Kitastreik

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: 1 Min.

Dass es zu einem schnellen Ergebnis kommen würde, war vor den neuerlichen Verhandlungen im Tarifkonflikt der Erziehungs- und Sozialberufe unwahrscheinlich. Und dass ein dort erzielter Kompromiss, der sich am Abend noch nicht abzeichnete, in einer Urabstimmung der Gewerkschaft Bestand haben wird, ist auch noch lange nicht sicher.

In dieser Tarifrunde hat sich die Führung der federführenden Gewerkschaft ver.di in ein Dilemma manövriert. Begonnen wurde die Auseinandersetzung sehr offensiv: Nicht nur um Prozentchen sollte es gehen, sondern um eine Aufwertung ganzer Berufe. Das hat auch gewirkt: Die Basis kämpfte, ein großer Mitgliederzuwachs wurde realisiert.

Doch musste klar sein, dass das riskant ist. Es mangelt nämlich an Drohpotenzial. Die Kommunen konnten sich mit zunehmender Dauer zurücklehnen: Die Gebühren flossen weiter, für das Streikgeld kamen andere auf - und allmählich, so das Arbeitgeberkalkül, würden die Eltern die Schuld den Erzieherinnen geben und nicht den Trägern.

Frank Bsirske darf nun die mobilisierte Basis nicht enttäuschen, die ihm bereits eine Schlichtung zerrissen hat - was selten genug ist. Auf der anderen Seite trifft er auf harte, zuversichtliche Arbeitgeber. Diese Situation erfolgreich zu meistern, wird viel Fingerspitzengefühl erfordern.

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