»Sie haben alle versagt!«

Die Menschen in Afghanistan sind einmal mehr enttäuscht und verunsichert

  • Von Emran Feroz, Kabul
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nach dem Fall der Provinzhauptstadt Kundus zweifeln die Menschen in Afghanistan einmal mehr an allem, was man ihnen in Kabul erzählt.

Nachdem die Taliban mit Kundus seit 2001 erstmals eine afghanische Provinzhauptstadt erobern konnten, ist die Anspannung auch auf den Straßen Kabuls zu spüren. Während die afghanische Armee gemeinsam mit US-amerikanischer Luftunterstützung eine Gegenoffensive gestartet hat, zweifeln immer mehr Menschen an ihrer Regierung. Für Präsident Aschraf Ghani und dessen sogenannte Einheitsregierung ist der Fall der nordafghanischen Stadt symbolisch. Vor genau einem Jahr fand die Übergabe, von den Europäern und US-Amerikanern als »erster demokratischer Machttransfer in Afghanistan« gefeiert, statt.

Nun steht man vor einem Scherbenhaufen, den man weiterhin versucht schönzureden. Mit Parolen wie: »Der Feind hat schwere Verluste erlitten.« oder »Kundus ist unter unserer Kontrolle« versuchte der afghanische Präsident fast verzweifelt, die Medienmenge in seinem Präsidentenpalast zu beschwichtigen. Ghanis Worte passen allerdings nicht in die Reali...

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