Werbung

Luftangriffe und Aussicht auf Gespräche

Kritik an Russland von USA und syrischer Opposition

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Washington. Nach dem Beginn der russischen Luftangriffe in Syrien vereinbarten Washington und Moskau direkte militärische Gespräche. Diese sollten so bald wie möglich stattfinden, sagte US-Außenminister John Kerry nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Mittwoch in New York. Beide kamen zum dritten Mal binnen weniger Tage bei den Vereinten Nationen zusammen.

»Wir haben uns über die Notwendigkeit verständigt, so bald wie möglich - vielleicht sogar schon morgen, jedenfalls so schnell wie möglich - ein Gespräch auf militärischer Ebene zur Entschärfung des Konflikts zu führen«, sagte Kerry bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Lawrow bestätigte die Einigung auf ein baldiges Treffen auf militärischer Ebene. Kerry zufolge ging es in dem Gespräch auch um politische Perspektiven für Syrien. Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats sagte Kerry, sollten sich die Luftangriffe gegen den IS richten, »sind wir bereit, diese Bemühungen zu begrüßen«. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad dürfe aber nicht gestützt werden.

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, sagte im ZDF, es müsse verhindert werden, dass sich Moskau und Washington in Syrien in die Quere kämen.

Das militärische Eingreifen Russlands in den syrischen Konflikt war auf sofortige US-amerikanische Kritik gestoßen. Aus dem Pentagon kam eine kaum verhüllte Anschuldigung: »Es scheint, dass sie in Gegenden waren, wo vermutlich keine IS-Kräfte waren.« Russlands erklärter Kampf gegen den Islamischen Staat und die gleichzeitige Unterstützung Assads drohe die Lage eskalieren zu lassen. Russland »gießt Öl ins Feuer«, äußerte Carter am Mittwoch. Scharfe Kritik an den Luftangriffen äußerte die syrische Opposition. Russland spalte das Land, teilte der Syrische Nationalrat mit.

Syrische Regimegegner berichteten von russischen Luftangriffen im Norden des Landes. Sie hätten Ziele in der Provinz Idlib attackiert, meldeten die Lokalen Koordinierungskomitees und das Portal Smart News. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Gebiete stehen unter Kontrolle eines Bündnisses von Rebellengruppen. Dazu gehört auch die Nusra-Front, syrischer Ableger der Terrorgruppe Al-Qaida. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte auf eine Liste mit extremistischen Organisationen verwiesen, die bombardiert werden sollten.

Iran begrüßte Russlands Einsatz und sagte Unterstützung zu. »Das ist ein erster praktischer Schritt im Kampf gegen den IS, um eine Lösung zu ermöglichen«, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham in Teheran. Wie Russland steht auch Iran auf der Seite des syrischen Machthabers Baschar Al-Assad. Die USA lehnen eine Zusammenarbeit mit dem Regime in Damaskus ab.

Der Einsatz in Syrien ist der erste Militäreinsatz seit 36 Jahren, den Moskau weit von seinem Staatsgebiet entfernt unternimmt. 1979 war die Sowjetunion in Afghanistan einmarschiert. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!