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UN verurteilen US-Bombenangriff auf Klinik in Kundus

19 Tote zu beklagen: Klinik von Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan zerstört / Schwere Vorwürfe gegen US-Militär / Lage der Klinik war allen Konfliktparteien bekannt

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Update 19.30 Uhr: UN verurteilen US-Bombenangriff auf Klinik in Kundus
Die Vereinten Nationen haben den Bombenangriff auf ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen im nordafghanischen Kundus aufs Schärfste kritisiert. »Krankenhäuser, in denen sich Patienten und medizinisches Personal befinden, dürfen niemals zum Angriffsziel werden«, sagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom, am Samstag. »Das internationale humanitäre Recht verbietet außerdem die Nutzung medizinischer Einrichtungen für Militärzwecke.«

In einer Stellungnahme der US-Botschaft in Afghanistan hieß es, man trauere um die Menschen, die von dem »tragischen Zwischenfall« in dem Krankenhaus betroffen seien, sowie um deren Familien. »Wir sind zutiefst über die anhaltende Gewalt in Kundus besorgt sowie über die schwierige humanitäre Lage, mit der die Einwohner zu kämpfen haben.«

Update 18.45 Uhr: Zahl der Opfer steigt auf 19
Nach dem mutmaßlichen US-Luftangriff auf ein Krankenhaus im nord-afghanischen Kundus ist die Zahl der Toten auf 19 gestiegen. Nach Angaben des afghanischen Präsidialamtes drückte US-Befehlshaber General Campbell bereits sein Bedauern aus. US-Verteidigungsminister Carter kündigte in Washington Ermittlungen an.

Update 14.40 Uhr: USA müssen sich für Klinik-Bombardement entschuldigen
Die USA sollten sich nach Ansicht des Grünen-Politikers Omid Nouripour für die offensichtlich versehentliche Bombardierung einer Klinik im nordafghanischen Kundus entschuldigen. Die Bundesregierung müsse innerhalb der NATO bei den USA zudem auf eine Entschädigung der Opfer drängen, forderte der außenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag am Samstag. »Das letzte, was die afghanische Regierung nun braucht, um die Köpfe und die Herzen der Menschen zurückzuerobern, sind Bomben auf Krankenhäuser.«

Update 13.00 Uhr: Ärzteorganisation erhebt schwere Vorwürfe
Nach dem Bombenangriff auf ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen erhebt die Organisation schwere Vorwürfe gegen die Täter. »Wie in allen Konfliktgebieten hat Ärzte ohne Grenzen (MSF) alle Konfliktparteien über die genaue Lage aller Einrichtungen der Organisation – Krankenhaus, Unterkünfte, Büro und Stabilisierungsklinik in Chardara, nordwestlich von Kundus – informiert, zuletzt am 29. September«, erklärte die Organisation in einer Mitteilung.

Obwohl sowohl das afghanische als auch das US-amerikanische Militär nach den Einschlägen der Bomben informiert worden war, sei der Angriff noch eine halbe Stunde fortgesetz worden, so MSF. »Ärzte ohne Grenzen verlangt dringend Aufklärung darüber, was genau vorgefallen ist und wie es zu diesem schrecklichen Vorfall kommen konnte.«

Nach Angaben der Organisation wurden mindestens 37 Menschen schwer verletzt, darunter 19 Mitarbeiter des Krankenhauses. Über die genaue Zahl der Todesopfer liegen noch keine näheren Angaben vor.

NATO bombardierte offenbar Krankenhaus in Kundus

Kabul. Bei einem offenbar fälschlicherweise von NATO-Truppen verübten Bombenangriff auf ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen im nordafghanischen Kundus sind mindestens drei Klinikmitarbeiter getötet worden. Mehr als 30 Menschen würden vermisst, teilte die Organisation am frühen Samstagmorgen im Internet mit. Das Krankenhaus wurde von den nächtlichen Explosionen demnach sehr stark beschädigt. Laut BBC prüft nun die NATO, ob die Treffer eines US-Luftangriffs in der Stadt waren, die islamistischen Taliban am Montag überrannt hatten.

Der Leiter von Ärzte ohne Grenze vor Ort, Bart Janssens, erklärte, es lägen noch keine abschließenden Angaben über die Zahl der Opfer vor. Er äußerte sich schockiert über den Angriff und forderte alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von Gesundheitseinrichtungen und deren Personal zu respektieren.

Der LINKEN-Vorsitzende Bernd Riexinger und die Bundestagsabegordnete Christine Buchholz forderten, die Bombardierungen in Afghanistan müssten sofort eingestellt werden.

Seit dem überraschenden Taliban-Angriff am Montag sind nach Angaben der Organisation in der Klinik 394 Verletzte behandelt worden. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs am Samstag seien 105 Patienten, Angehörige und gut 80 Mitarbeiter in dem Gebäude gewesen, erklärte Janssen. Die Klinik wird ausschließlich aus Spenden finanziert und behandelt jeden - unabhängig von Herkunft oder Religion.

Zurzeit versuchen afghanische Regierungstruppen mit Hilfe der Nato, die Stadt wieder komplett unter Kontrolle zu bekommen. dpa/nd

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