Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Sinn sinniert: Sozialkahlschlag als Flüchtlingspolitik

Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung will Mindestlohn abschaffen. Diesmal: für Flüchtlinge

Hans-Werner Sinn, Chef des ifo Instituts für Wortschaftsforschung, will den Mindestlohn abschaffen. Diesmal: wegen der Flüchtlinge. Vor dessen Einführung hielt er noch die 900.000 Jobs hoch, die dadurch verloren gingen. Passierte nicht. Jetzt muss die Integration der Geflüchteten herhalten. Und ein bisschen soziale Spaltung tut der Wirtschaft ja immer gut.

»Wir sollten den Flüchtlingsstrom zum Anlass für eine neue Agenda 2010 nehmen.«, schlägt Sinn deshalb in der ZEIT online vor. Den Mindestlohn abschaffen, länger arbeiten und die Grenzen schließen. Das ist Sinns Wunschliste in Sachen Sozialkahlschlag, aka Flüchtlingspolitik.

Sinn zufolge sei die Integration der Flüchtlinge nur durch radikale Kürzungspolitik zu bewältigen. Im Sinn-Vokabular heißt das dann »Sozialreformen«. Nur durch die Abschaffung des Mindestlohns entstünden genug Arbeitsstellen für Flüchtlinge. Die Zuwanderung übe Druck auf die Löhne aus und dadurch würden die sozialen Unterschiede zunehmen. »Wenn die Zuwandernden keine Stellen kriegen, werden sie nicht integriert, und dann werden wir erhebliche Spannungen in der Gesellschaft bekommen«, sinnierte Sinn.

Um die Kosten der Flüchtlingsintegration stemmen zu können, sollen »die Deutschen« außerdem länger arbeiten. »Wir sollten lieber das Rentenalter heraufsetzen, um die Flüchtlinge zu ernähren«, schlägt er in der ZEIT vor.

Und nachdem dann die Flüchtlinge dafür hergehalten haben, die größte Welle der Sozialkürzungen in Deutschland seit zehn Jahren zu legitimieren, sollen sie nicht mehr kommen, findet Sinn. Um die Zuwanderung zu begrenzen, sollen nicht nur die Europäische Union ihre Außengrenzen schließen, sondern auch Deutschland seine Grenzen schützen. Denn eine Welt ohne Grenzen geht einfach nicht in Sinns Kopf. Das sei »eine Wildwestgesellschaft mit allem, was dazugehört.«

Was alles so dazugehört, das führt Sinn nicht aus. Es wird in den Köpfen der Brandstifter seine Runden drehen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln