Versprochen oder versprochen?

Der Kreml und die deutsche Wiedervereinigung - ein Dokumentenband, der die strittige NATO-Osterweiterung nicht klärt

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Diplomatische Berichte sind für gewöhnlich nüchtern, frei von Pathos oder sonstigen Emotionen. Die Gesandten sind um Sachlichkeit und Akribie bemüht beim Abfassen der Reports für ihre Regierungen respektive privaten Aufzeichnungen, die unter die Augen Dritter, und sei es erst Nachgeborener, gelangen könnten. Nicht so Tejmuraz Stepanow-Mamaladze. Der literarische Gaul ging mit ihm durch, als er am 22. März 1990 in seinem Tagebuch eine Unterredung zwischen Hans-Dietrich Genscher und Eduard Schewarnadse festhielt. Quelle seiner lyrischen Ergüsse war die Idylle der bundesdeutschen Residenz in Windhoek:

»Die Gesandtschaft der BRD ist die Verkörperung der deutschen Vorstellungen des Himmels auf Erden. Obwohl: wieso nur der deutschen? - Dieses biblische Territorium stelle ich mir genau so vor: auf einer Anhöhe, Terrassen mit einer hineingemalten Villa und einem Wasserfall, der von oben herabstürzt und den Wasserspiegel des mit Ornamenten und ...


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