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Zu spät, zu spät

Simon Poelchau über den Kurswechsel der Deutschen Bank

Gut 30 Jahre ist es nun her, dass die Punkrocker »Die Ärzte« einen ihrer größten Hits schrieben. Den Refrain, den sie da ins Mikrofon geträllert haben, wird am späten Mittwochabend womöglich auch der neue Chef der Deutschen Bank, John Cryan, im Kopf gehabt haben: »Zu spät, zu spät.«

Denn Cryan musste nun einen Rekordverlust für das dritte Quartal 2015 von vermutlich 6,2 Milliarden Euro ankündigen. So viel Miese hat Deutschlands größte Bank selbst in der Finanzkrise 2008 nicht gemacht. Und das wohl deprimierendste für Cryan: Es wäre vermeidbar gewesen. Bereits zu ihrem Amtsantritt 2012 kündigten seine Vorgänger, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, lautstark einen Kulturwandel an. Sie wollten die Bank vom Raubtierkapitalisten-Image befreien, das ihnen Josef Ackermann hinterlassen hatte. Doch die Geschäfte gingen im Grunde so weiter wie vorher. Ihre »Strategie 2020«, die sie im April 2015 bekanntgaben und mit der der Kulturwandel endlich umgesetzt werden sollte, kam für sie und die Bank zu spät. Jain musste bereits gehen, Fitschen folgt demnächst, der angerichtete Schaden ist immens: Strafen in Milliardenhöhe und nun auch Abschreibungen in Höhe von 5,8 Milliarden Euro beim Investmentbanking und Privatkundengeschäft. Cryan muss nun die Suppe, die ihm seine Vorgänger einbrockten, auslöffeln - wenn es dafür nicht bereits zu spät ist.

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