Werbung

Lesprobe

Was war die DDR wert?

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Siegfried Wenzel gehörte in der Wendezeit 1989/89 zu den Aktiven, allerdings war er anders aktiv als die aus zeitgenössischen Medienberichten bekannten »Aktivisten der Wendezeit«. Er machte keine Schlagzeilen. Wenzel leistete, von den Medien fast unbemerkt, verantwortungsvolle Arbeit: unter der Regierung von Willy Stoph bis zum November 1989 als stellvertretender Leiter der Staatlichen Plankommission, unter der Regierung von Hans Modrow bis März 1990 und schließlich als Beauftragter in der Regierung von Lothar de Maizière, solange die noch für die Wirtschaft der DDR Verantwortung trug, d. h. bis zum Juli 1990.

Drei Dienstherren innerhalb eines Jahres, die seine Arbeit zu schätzen wussten. Wenzel wurde von Modrow in die Expertenkommission berufen, die das Abkommen über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion ausarbeiten sollte. De Maizière bestätigte ihn auf diesem Posten. Schließlich wurde Siegfried Wenzel für den 18. Mai 1990 nach Bonn eingeladen. Anlass war die feierliche Unterzeichnung des Vertrages über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion ...

War Siegfried Wenzel ein Wendehals? Was dachte er sich, als er von einem Ministerpräsidenten zum nächsten wechselte? Fühlte er sich dabei wohl in seiner Haut? Bei seiner Tätigkeit? Nun, wir müssen nicht vermuten, sondern wir wissen es - von ihm selbst. Er hat zu dieser Problematik nicht geschwiegen. Siegfried Wenzel war - zusammen mit seinen DDR-Kollegen der Expertenkommission - bemüht, die Einführung der Marktwirtschaft in der DDR, die mit einer Währungsunion eingeleitet werden sollte, für die Betriebe in Ostdeutschland so verträglich wie möglich zu gestalten. Den Betrieben sollte zunächst eine Atempause gewährt werden, und eine Überflutung der DDR mit Westwaren war zu verhindern. Die Experten aus dem Westen lehnten die Einführung von Lieferkontingenten für westdeutsche Waren und andere Maßnahmen, durch die den ostdeutschen Betrieben eine Anpassungsphase gewährt worden wäre, rundweg ab. Wie verhielt sich Siegfried Wenzel nun angesichts der ambivalenten Situation? Der Leser kann es in diesem Buch nachlesen.

Aus dem Vorwort von Jörg Roesler zum Buch des jüngst verstorbenen Siegfried Wenzel »Was war die DDR wert?« (Das Neue Berlin, 384 S., br., 17,99 €).

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!