Geld, Gier und Nationalismus

Warum der Nobelpreis in Schweden anfangs auf viel Skepsis und sogar Ablehnung stieß

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Die Erfindung des Dynamits hatte dem schwedischen Chemiker und Industriellen Alfred Nobel ein Millionenvermögen beschert. Sowohl im Berg- und Straßenbau als auch in der Rüstungsindustrie fanden seine Sprengstoffe reißenden Absatz. Namentlich das von ihm 1887 aus Sprenggelatine entwickelte Ballistit, ein Pulver für Geschütze, das bei der Verbrennung wenig Rauch freisetzte, revolutionierte die gesamte Artillerie.

Nobel selbst hegte die Hoffnung, dass eine gewaltige Vernichtungswaffe, mit der »sich zwei gleich starke Armeen gegenseitig in einer Sekunde vernichten können«, die Menschheit künftig vom Kriegführen abhalten werde. Als entschiedener Gegner des Krieges sympathisierte er überdies mit der bürgerlichen Friedensbewegung, in der seine ehemalige Privatsekretärin Bertha von Suttner eine führende Rolle spielte. Bis heute heißt es, Nobel habe die später nach ihm benannten Preise gestiftet, um sein Gewissen zu erleichtern. Immerhin b...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.