Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Verletzung durch Eishockey-Puck

Oberlandesgericht

Wird ein Zuschauer beim Eishockeyspiel vom Puck verletzt, der in die Zuschauerränge fliegt, so muss der Veranstalter dafür haften - obwohl er die gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen für ein Eishockeystadion eingehalten hat.

Das entschied das Oberlandesgericht Nürnberg (Az. 4 U 804/15) nach einer Information der Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (D-AH).

Der Fall: Eine Frau besuchte ein Spiel der Eishockey-Bundesliga. Trotz Sicherheitsbegrenzungen flog während des Spiels ein Puck in die Zuschauerränge und traf die Frau am Kopf. Sie erlitt eine Kopfverletzung und leidet seitdem immer wieder unter Sehstörungen.

Der Veranstalter lehnte die Verantwortung für den Unfall ab: Er habe das Stadion gemäß den Vorgaben gesichert. Zudem zog er die Verletzung in Zweifel.

Das Urteil: Die Klage der Frau hatte Erfolg. Nur weil der Veranstalter alle Sicherheitsbestimmungen einhielt, ist er noch lange nicht aus der Verantwortung dafür entlassen. Es komme öfter vor, dass ein Puck in die Zuschauerränge fliegt. Das Verletzungsrisiko sei bei einem Puck mit Tempo 160 km/h recht hoch. »Deswegen wären weitergehende Sicherheitsmaßnahmen zumutbar gewesen, die Zuschauer davor zu schützen«, so Rechtsanwältin Andrea Brümmer.

Außerdem bestehe kein Zweifel daran, dass die Zuschauerin die Verletzungen vom Puck davontrug. Das beweisen Zeugenaussagen und Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras. Daher habe der Veranstalter Schadenersatz und Schmerzensgeld zu leisten. D-AH/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln