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Nächste Eiszeit fällt aus

Klimaforscher warnt vor Erderwärmung über zwei Grad hinaus

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Wenige Wochen vor dem Weltklimagipfel warnt der renommierte Klimaforscher Schellnhuber vor einer Erderwärmung über zwei Grad hinaus und fordert eine rasche Abkehr von fossilen Energieträgern.

München. Die nächste Eiszeit fällt nach Ansicht des renommierten Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber aus. Grund sei die vom Menschen gemachte Klimaerwärmung. Ohne Einwirkung des Menschen stünde die nächste Vergletscherung weiter Teile der Erde nach den Gesetzen der kosmischen Mechanik in etwa 60 000 Jahren an, sagte Schellnhuber, der Leiter des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (Pik) ist, am Montagabend zur Eröffnung des 9. Münchner Klimaherbstes.

Durch die Verfeuerung fossiler Energieträger seit Beginn der industriellen Revolution seien bereits 500 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) Kohlenstoff zusätzlich in die Atmosphäre eingebracht worden. Diese Menge reiche aus, um die nächste Kälteperiode zu verhindern. »Der Mensch ist bereits eine so starke geologische Kraft geworden, dass er sogar Eiszeiten unterdrücken kann«, sagte Schellnhuber.

Der Münchner Klimaherbst ist eine zweiwöchige Reihe von Vorträgen, Diskussionen und Exkursionen zu Themen rund um den Klimawandel. In diesem Jahr geht es im Vorfeld des mit Spannung erwarteten UNO-Klimagipfels in Paris um Klimapolitik und -diplomatie. Bei der Konferenz vom 30. November bis 11. Dezember soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Klimaprotokoll ausgehandelt werden.

Etwa sieben Wochen vor dem Gipfel warnte Schellnhuber vor einer Erwärmung der Erde über zwei Grad Celsius hinaus. Falls dieses Ziel nicht erreicht werde, gerate das Klimasystem völlig außer Kontrolle. Bereits eine Erwärmung bis zu zwei Grad bedeute, dass der Meeresspiegel langfristig um schätzungsweise sechs Meter ansteige und viele Ökosysteme wie die Korallenriffe zerstört würden. »Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.« dpa/nd

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