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Orbans Oligarch

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Die Wesensart autoritärer Systeme besteht darin, dass ihre Träger sich kaum von Protagonisten düsterer Mafia-Krimis unterscheiden. Die Intrige, das beständige Ausstechen des Konkurrenten, gehört zum täglichen Geschäft. Während im Film die Handelnden als Paten auftreten, heißen in der Politik solcherart Figuren Oligarchen. Andrew Vajna ist ein Oligarch, noch dazu einer, der vom Film kommt. Der Ungar hat früher in Hollywood erfolgreich Filme produziert (u.a. die »Rambo«-Reihe, »Total Recall« und »Evita«).

In seinem Heimatland gilt der 71-Jährige heute als enger Vertrauter des ungarischen ultrarechten Regierungschefs Viktor Orban. Schon vor Wochen hieß es, dass Orban seinen Spezi dazu drängen wolle, die ungarische TV2 Media Group käuflich zu erwerben, die den zweitgrößten Privatsender des Landes, TV2, betreibt. Am Donnerstag verkündete TV2, dass Vajnas Firma Magyar Broadcasting die TV2-Gruppe gekauft habe.

Man muss an dieser Stelle den Konjunktiv verwenden, denn es gibt auch andere Meldungen. So berichtet der österreichische »Standard« von einem ganz anderen Käufer. Laut einem ungarischen Nachrichtenportal habe Karoly Fonyo, ein enger Vertrauter des Bau- und Medienunternehmers Lajos Simicska, bereits am 13. Oktober die Sendergruppe übernommen. Fonyo habe über einen Optionsvertrag hinsichtlich des Kaufes verfügt und von diesem Kaufrecht Gebrauch gemacht.

Die Frage, welcher der beiden Oligarchen - Vajna oder Fonyo - nun Eigentümer der TV2-Gruppe ist, ist von politischer Bedeutung. Vajna steht nicht nur seit Jahren eng an der Seite von Orban, er wurde von diesem zudem 2011 zum Regierungsbeauftragten für die ungarische Filmindustrie ernannt. Fonyos Patron Simicska dagegen - einer der reichsten Männer des Landes und ein ehemaliger Weggefährte des ungarischen Ministerpräsidenten - hat im Frühjahr Orban den »totalen Krieg« erklärt, nachdem dieser ihn aus dem Kreis der Vertrauten entfernt hatte, weil ihm der einflussreiche Oligarch zu eigensinnig geworden war.

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