Ruhrpott gegen Reihenhaus

Hertha BSC tritt zum Spitzenspiel beim FC Schalke 04 an - die Fans sind verfeindet, die Klubs aber verbindet mehr als man denkt

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Vergangene Saison blieben beide Teams hinter den Erwartungen zurück. An diesem Samstag ist die Begegnung zwischen Schalke und Hertha das Spitzenspiel der Bundesliga. Doch sie verbindet noch mehr.

»Die Berliner Fans haben mich nie als Trainer gesehen, sondern immer nur als Schalker.« Das sagte einst Huub Stevens über seine nicht eben erfolgreiche Zeit bei Hertha BSC. Mit reichlich Vorschusslorbeeren kam der Niederländer 2002 beim Hauptstadtklub an, nach wenigen Monaten musste er wieder gehen. Auf Schalke coachte der »Knurrer von Kerkrade« zuvor selbst während des gewonnen UEFA-Cup-Endspiels 1997 gegen Inter Mailand sein Team im Trainingsanzug, in Berlin stand er sogar im verlorenen Erstrundenspiel des DFB-Pokals beim damaligen Regionalligisten Holstein Kiel im adretten Anzug an der Seitenlinie.

Stevens symbolisiert bis heute die Image-Unterschiede zwischen Schalke und Hertha: hier der proletarische Kultklub, dort das bürgerliche Mittelmaß; hier größenwahnsinnigen Ruhrpottschnauzen, dort kreuzbrave Reihenhausbesitzer; hier Rüpel wie Rudi Assauer und Ingo Anderbrügge, dort Streber wie Michael Preetz und Arne Friedrich. Tatsäc...


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