Das Verbindende im Alltag

C/O Berlin zeigt in der Ausstellung »Landsleute 1977-1987« Fotos von Rudi Meisel

  • Von Felix Koltermann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Meisels Bilder sind im Osten und im Westen entstanden, als es die DDR und die alte BRD noch gab. Oft ertappt man sich als Betrachter dabei zu raten, wo sie aufgenommen wurden. Meistens scheitert man dabei.

Eine dreispurige, frisch geteerte Autobahn: das Symbol gesellschaftlichen Fortschritts im Nachkriegsdeutschland. Aber keine Autos sind auf ihr zu sehen, sondern ein Junge, der einen Drachen steigen lässt, vor der Kulisse rauchender Schlote am Horizont. Das Bild zeigt die A 42, heute die wichtigste Ost-West-Achse des Ruhrgebiets, vor ihrer Fertigstellung im Jahr 1979. Blickwechsel nach West-Berlin im Jahr 1980 zum Tag der Streitkräfte: Eine Frau fasst prüfend an die Ketten eines riesigen Panzers. Es sind alltägliche Szenen wie diese, die im Vordergrund der Ausstellung »Landsleute 1977-1987« des Fotografen Rudi Meisel stehen, die zurzeit in der Galerie C/O Berlin zu sehen ist.

Rudi Meisel, heute in Berlin lebend und arbeitend, ist ein deutscher Dokumentarfotograf der alten Schule. Geboren Ende der 1940er Jahre in Wilhelmshaven, studierte er Fotografie an der renommierten Folkwangschule in Essen beim Großmeister der westdeutschen Fot...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.