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Judith Butler hat recht!

Gute Lernergebnisse kennen kein Geschlecht, findet Lena Tietgen

1990 sorgte die US-amerikanische Philosophin und Philologin Judith Butler mit ihrem Buch »Das Unbehagen der Geschlechter« für Aufsehen. Darin stellte sie die These auf, dass das Geschlecht nicht allein eine biologische Determinante sei, sondern vor allem eine kulturelle Zuschreibung. In Kürze: Mittels der Bestimmung Mann oder Frau werde festgeschrieben, welche geschlechtliche Funktion einer Person zukommt.

Butler griff damit die Grundmatrix der Heterosexualität an und stellte die These auf, dass Zuordnungen wie zum Beispiel in Mutter oder Vater kulturell bestimmt werden; die beiden Funktionen könnten ebenso von zwei Männer oder zwei Frauen erfüllt werden. Folglich existiert das biologische und das soziale Geschlecht (Gender).

Butlers Begriff von Gender ist mittlerweile Teil der Wissenschaftstheorie und -praxis. Umso mehr verwundert die Diskussion um die Unterschiede im Lernen bei den Geschlechtern. Würde man beispielsweise die Idee der kulturellen Zuschreibung bei der Betrachtung der Lernleistungen von Schülern zugrunde legen, flössen andere Faktoren in die Beurteilung unterschiedlicher Lernergebnisse ein. Zum Tragen kämen soziale, ethnische, religiöse, kulturelle oder kognitive Unterschiede, nicht geschlechtsspezifische. Nicht zuletzt ist es das Verhältnis zum eigenen Körper, der sexuellen Ausrichtung und dem erwarteten Rollenbild, das in jeder Person wirkt.

Diesen Einflüssen und Wertzuschreibungen ist der Einzelne ausgesetzt, wenn er lernt. Ein solcher differenzierter Ansatz bietet der Schulpädagogik mehr Handlungsmöglichkeiten. Vor allem aber müssen die Auswirkungen zugewiesener Rollenbilder immer wieder hinterfragt werden, da diese uns weiterhin maßgeblich prägen.

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