Heute ist Donnerstag

Warum ist der außergesetzliche Schritt über die Grenze der Befangenheit im Tatort immer so leicht zu gehen? Matthias Dell über die Stuttgarter Folge »Preis des Lebens«

  • Von Matthias Dell
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Ein Klassiker des DDR-Humors lautete: »Was sind die vier größten Feinde des Sozialismus?« – »Frühling, Sommer, Herbst und Winter«. Lesbar war der Witz als Kritik an mangelhafter Planwirtschaft, die schon von den kalkulierbaren, weil stetig wechselnden Jahreszeiten überfordert war. Der Witz kommt einem in den Sinn, wenn man den Stuttgarter »Tatort: Preis des Lebens« (SWR-Redaktion: Brigitte Dithard) sieht. Darin schneit es nämlich mitunter unmotiviert, etwa auf nur einem Abschnitt einer Verfolgungsjagd, während in den Szenen davor und danach kein Schnee zu sehen ist.

Solche »Fehler« können freilich den größten Filmen geschehen, weil Film naturgemäß Montage ist: Man dreht nicht in der Chronologie, in der der Film sich erzählt, was einem aber nur dann auffällt, wenn eine Figur die falsche Jacke trägt oder ein verschneiter Drehtag in einzelnen Teilen an verschiedenen Stellen auftaucht. Helfen würde dagegen nur der Luxus, bei einem Sch...


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