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Und wieder kreißte der Mons Vaticanus

Bischofssynode endete mit erwartet dürftigem Resultat

  • Von Klaus Blume und 
Miriam Schmidt, Rom
  • Lesedauer: 2 Min.

Kurz vor Ende der Bischofssynode in Rom hatte Papst Franziskus die Teilnehmer gemahnt, die Zeichen der Zeit nicht zu verkennen. »Die Zeiten ändern sich, und ein Christ ändert sich mit ihnen«, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einer seiner Frühmessen. Nach dreiwöchigen Beratungen legten ihm die Bischöfe am Samstag ein umfangreiches Abschlussdokument zum Thema Ehe und Familie vor.

In insgesamt 94 Punkten fasst das Papier die Positionen der Bischöfe rund um die soziale Situation der Familien, den gesellschaftlichen Wandel, den religiösen Kontext, die Flüchtlinge, Männer und Frauen, Familiengründung und auch das Scheitern einer Ehe zusammen. Alle Punkte wurden mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit angenommen. Am knappsten wurde es bei den Abschnitten, in denen es um den Umgang der Kirche mit den zivil wiederverheirateten Geschiedenen geht, ein Thema, das schon vor Beginn der Synode die Öffentlichkeit besonders interessiert hatte. Bisher sind dieses Paare von der Kommunion ausgeschlossen. Im Abschlussdokument ist nun davon die Rede, sie stärker in die christliche Gemeinschaft zu integrieren. Den Priestern obliegt es, jeden Fall einzeln zu beurteilen, also zum Beispiel zu unterscheiden zwischen einem Partner, der schuldlos verlassen wurde und einem, der selbstsüchtig das Weite gesucht hat.

An Klarheit bleibt der Kompromisstext der Synode hinter dem Vorschlag der deutschen Sprachgruppe zurück, der sich deutlich für die Zulassung zivil wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten in Einzelfällen und über den »Weg der Besinnung und der Buße« ausgesprochen hatte. Trotzdem gaben sich der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und sein österreichischer Amtskollege Christoph Schönborn, nach Abschluss der Synode zufrieden.

»Ich finde diesen Text wirklich einen Schritt nach vorne«, sagte Marx vor der Presse. Es sei ein Appell an die Seelsorge, und es würden Kriterien genannt für den Umgang mit gescheiterten Beziehungen. Die Kirche werde ermutigt, diese Menschen wirklich zu begleiten. Er hoffe, dass der Papst diesen Impuls aufgreife. Kardinal Schönborn kritisierte die Fixierung der Öffentlichkeit auf die eine Frage der wiederverheirateten Geschiedenen. »Es gibt viele drängendere Fragen«, sagte er, auch mit Blick auf die Not der vielen Flüchtlingsfamilien.

Die Zahl von 80 Gegenstimmen zum Paragraf 85 des Synodenpapiers deutet an, dass selbst die recht offen gehaltenen Formulierungen zu den wiederverheirateten Geschiedenen vielen konservativen Synodenteilnehmern schon zu weit gingen. dpa

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