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Apps für Flüchtlinge

300 Teilnehmer tüftelten beim »Refugee Hackathon«

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Sie tüfteln für die gute Sache: 300 Programmierer, Designer und Helfer trafen sich am Wochenende in Berlin, um Apps für Flüchtlinge zu entwickeln. Praktische Hinweise zur Orientierung vor allem.

Das Smartphone war sein wichtigster Begleiter. Wochenlang war Hekmat auf der Flucht. 1100 Dollar zahlte der junge Syrer für die Überfahrt von der türkischen Küste auf die griechische Insel Lesbos. Station in einem völlig überfüllten Auffanglager, später die beschwerliche Tour durch den Balkan nach Österreich und schließlich die lang ersehnte Ankunft in Deutschland. »Ohne mein Smartphone hätte ich das nicht geschafft. Das ist auf der Flucht genauso wichtig, wie das Essen.« Seit drei Wochen ist Hekat in Deutschland, die Tortur sieht man ihm nicht an. Am Freitag sitzt er bei der Eröffnungsveranstaltung des »Refugee Hackathons« in Berlin. Gemeinsam mit 300 Freiwilligen schlug sich der Designer am Wochenende die Nacht um die Ohren, um Apps für Flüchtlinge und deren Unterstützer zu entwickeln. Dabei sollen auch bereits bestehende Projekte optimiert werden. Nach dem »Hackathon« werden die Ergebnisse als Open-Source-Lösung auf einer Plattform der Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt.

»Wir haben eine Menge geschafft«, sagte die Initiatorin Anke Domscheit-Berg am Sonntag. Während der zwei Tage sei in Berlin an 17 Projekten gearbeitet worden.

Am Freitag und Samstag tauschten sich Teilnehmer darüber aus, was überhaupt gebraucht werde. Mit Hilfe der Erfahrungsberichte der Flüchtlinge wollen die Entwickler ihre Apps und Anwendungen noch gezielter auf die Bedürfnisse abstimmen. Vor allem der Bedarf an Apps zur Orientierung und Information sei sehr groß gewesen, sagte Domscheit-Berg. Unter anderem hätten die Entwickler an einer Karte gearbeitet, die mit internationalen Symbolen Anlaufpunkte wie Ärzte verzeichnet.

Zwar gebe es schon jede Menge interessante Apps und Anwendungen, aber manche gingen am Bedarf der Flüchtlinge vorbei. »Es fehlt an einer Vernetzung von Individuum zu Individuum«, sagt die Netzaktivistin. Egal, ob es um Sachgüter, Zimmer oder Sprachkurse gehe. »Man kann womöglich nicht die eierlegende Wollmilchsau in eine App packen aber man kann da noch ganz viel verbessern.«

Ähnlich sehen es Maryna (23) und Yolanda (22). Die beiden BWL-Studentinnen haben z.B. die Seite »home4refugees.org« ins Leben gerufen, die in vier Monaten an den Start gehen soll. Ziel ist, Wohnraum direkt zwischen Interessenten und Anbietern zu vermittelt. »Das ist eine Art «WG-Gesucht» für Flüchtlinge«, erklären sie. dpa/nd

refugeehackathon.de

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