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Tödliche Überfahrt

Erneut ertrinken vor Lesbos Geflüchtete / Europäische Staaten berieten

Berlin. Für viele Flüchtlinge ist die griechische Insel Lesbos eine entscheidende Zwischenstation auf dem Weg nach Westeuropa - dort betreten sie zum ersten Mal EU-Gebiet. Falls sie dort ankommen. Am Sonntag kam es bei einer Überfahrt erneut zu einem tödlichen Unglück. Bei stürmischem Wetter kenterte ein Flüchtlingsboot und mindestens drei Menschen - eine Frau und zwei Kleinkinder - kamen im Wasser ums Leben. Wie griechische Medien weiter berichten, konnten 48 der Schiffbrüchigen gerettet werden. Nach Schätzungen wurden allerdings noch etwa 15 Menschen vermisst. Ungeachtet des schlechten Wetters und der stürmischen See traf in der zurückliegenden Woche laut der Internationalen Organisation für Migration eine Rekordzahl von 48 000 Flüchtlingen in Griechenland ein. Mehrere Menschen kamen bei der Überfahrt ums Leben.

Von Griechenland aus begeben sich die Flüchtlinge anschließend auf die sogenannte Balkanroute, um die es am Sonntag hauptsächlich in Brüssel gehen sollte. Im Moment irrten die Menschen zum Teil »unter unerträglichen Bedingungen« dort umher, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Auftakt des Sondertreffens von mehreren europäischen Ländern. Die Flüchtlinge bräuchten »Linderung, vernünftiges Obdach, Warte- und Ruhemöglichkeiten«, unterstrich Merkel. Die Länder entlang der Route seien »alle der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet« und hätten an sich selbst »Ansprüche an Menschenwürde«. Zu dem Treffen, das bis Sonntagabend dauern sollte, waren Vertreter von zehn EU-Ländern sowie der Nicht-EU-Staaten Serbien, Mazedonien und Albanien angereist.

In Deutschland gerät die Kanzlerin derweil weiter unter Druck wegen ihrer Flüchtlingspolitik - CSU und Teilen der CDU-Basis ist diese noch viel zu liberal. nd/Agenturen Seite 2

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