Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Telekom will Maut für das Netz kassieren

Kritik für Bonner Pläne von Opposition, SPD und Firmen

Berlin. Vielleicht hatte Telekom-Chef Timotheus Höttges die Mitteilung bereits in der Schublade liegen. Der Konzern will die umstrittene Entscheidung des EU-Parlamentes zur Netzneutralität vom Dienstag schnellstens in Profite ummünzen. In einer Stellungnahme kündigt Höttges an, die Telekom werde das Geschäft mit den »Spezialdiensten« kräftig ankurbeln. Konkret arbeitet das Unternehmen an einem Geschäftsmodell, das eine Umsatzbeteiligung der Telekom an Firmen vorsieht, die eine »gute Übertragungsqualität« für ihre Dienste benötigen.

Dieser Vorstoß zielt auf eine Lücke der EU-Verordnung, die Netzaktivisten scharf kritisieren. Zwar enthält die neue Regelung einen Passus, wonach die Übertragung von Datenpaketen diskriminierungsfrei erfolgen müsse. Jedoch beinhaltet die Verordnung Hintertüren und schwammige Formulierungen, die die Netzneutralität aushebeln könnten.

Dies will sich die Telekom zunutze machen. Setzen die Bonner ihre Pläne um, ginge dies deutlich darüber hinaus, wovon seitens der EU-Kommission bisher die Rede war. Besonders kleinere Firmen der Internetbranche hatten bis zuletzt vehement gegen die neue EU-Verordnung protestiert. Ihre Befürchtung, von den Providern nun zur Kasse gebeten zu werden, wird durch die Telekom-Pläne nun bestätigt. LINKE, Grüne und die SPD kritisierten den Vorstoß der Telekom ebenfalls. Sie kündigten an, die weiteren Entwicklungen genau zu verfolgen. nd/rdm

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln