Der vergessene Landesvater

Nur ein Familiengrab erinnert an Carl Steinhoff, Brandenburgs ersten Ministerpräsidenten

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

In einem Familiengrab auf dem Friedhof von Wilhelmshorst ruht Carl Steinhoff - von 1946 bis 1949 erster Ministerpräsident des Landes Brandenburg. Nicht einmal eine Hinweistafel erinnert an ihn.

Vielleicht hätte Carl Steinhoff den Begriff »Landesvater« überhaupt nicht gemocht - zu schwierig waren die Zeiten nach dem verheerenden Krieg der Nazis, zu gewaltig die Aufgaben, vor denen er und seinesgleichen standen. Der Sozialdemokrat und studierte Jurist Carl Steinhoff, Jahrgang 1892, war im Juni 1945 - die Waffen schwiegen gerade einen Monat - von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) als Präsident der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg eingesetzt worden. Nach der Landtagswahl im Oktober 1946 Abgeordneter, wurde er im 2. Dezember desselben Jahres zum ersten Ministerpräsidenten des neuen Landes Brandenburg gewählt. Darüber wissen heute nur noch die wenigsten Bürger des Landes Bescheid.

Eigentlich erinnert heute kaum etwas an diesen Mann. Nicht einmal in Wilhelmshorst, heute ein Ortsteil von Michendorf, wo die Steinhoffs seit 1933 gelebt haben, nachdem die Nazis dem Mitglied der verbotenen SPD die Rechtsanwaltslizen...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.