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Herrensocken statt Happy Ends

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Momentan weist zwar noch nicht vieles darauf hin, dass 2016 ein gutes Jahr wird, aber besser als dieses wird es wohl allemal: Zum 1. Januar tritt Kai Diekmann als »Bild«-Chef zurück. Wünschen wir seinem Ziehkind Tanit Koch, dass sie dem Ex-Boss und künftigen Herausgeber der Springer-Gruppe nur insofern nacheifert, als sich auch unter ihrer Führung die Auflage halbiert. Umso eher könnte ihr das Schicksal der »Stadlshow« blühen: Nach dem Rauswurf von Andy Borg fiel deren Quote so tief, dass der BR verkündete, »nach der Silvesterausgabe nochmals zu beraten und dann über die Zukunft zu entscheiden«, was nett umschreibt, dass die farblosen Nachfolger Francine Jordi und Alexander Mazza 2016 weg vom Fenster sein werden.

Gut, so richtig schlechte Nachrichten klingen ebenfalls anders, weshalb wir mal eine wirklich gute bringen, zur Stimmungsaufhellung: Joko Winterscheidt - dieser Monsterscoop poppte vorige Woche im Postfach auf - entwirft eine Sockenkollektion! So-cken-kol-lek-tion! Wahnsinn! »Das optimale Weihnachtsgeschenk für alle Männer«, faselt der Hersteller, »die gerne im Detail auffallen!« Dabei fallen Männer lieber im Groben auf, mit dicken Autos etwa, besser noch: dicken Flugzeugen, solchen wie den Starfightern, die RTL eigentlich im Frühjahr steigen lassen wollte - wovon der Sender aus einer absurd missverstandenen Form von Pietät Abstand nahm, da kurz vor der Ausstrahlung ein deutsches Flugzeug in den Alpen abstürzte.

Am Donnerstag um 20.15 Uhr darf der Fernsehfilm »Starfighter - Sie wollten den Himmel erobern« nun auf Sendung, und er ist - nein, nicht schlimm geworden, weil er den »Top-Gun«-Einstieg rasch hinter sich lässt und die Ursachen des Todes von 117 Kampffliegern ins Visier nimmt, denen das kriminelle System des korrupten Bayernkönigs Strauß vorausging. Gut, es ist immer noch RTL, aber immerhin nie peinlich.

Was ebenso für die erste eigenproduzierte Vox-Serie »Club der roten Bänder« zutrifft, die ab Montag so konsequent aus Patientensicht von einer Kinderkrebsstation erzählt, dass der privatfernsehtypische Dramatiküberhang gar nicht so negativ ins Gewicht fällt. Das ist sogar besser als alles, was 2014 im einst so ehrgeizigen TV-Lab entstanden ist. Daher kann es dieses Jahr nur besser werden, wenn ZDFneo ab Montag »YouTuber, Social-Media-Persönlichkeiten, Schauspieler, Musiker und Autoren« dazu auffordert, ein identisches Thema individuell zu verfilmen. Erste Ergebnisse gibt es in der Woche darauf.

Vorher aber lässt sich bestaunen, wozu Öffentlich-Rechtliche in der Lage sind, wenn gestandene Filmemacher üppige Etats und gute Schauspieler kriegen. Montag setzt das ZDF den gelungenen Polizeifilm »Unter Feinden« unter der Regie von Lars Becker mit herausragendem Personal (Fritz Karl, Nicholas Ofcharek, Jessica Schwarz) fort und beweist mit »Zum Sterben zu früh«, dass die Primetime keine Happy Ends braucht, um zu überzeugen. Und im ARD-Mittwochsfilm zeigt Claudia Michelsen als Heiratsschwindler-Opfer Simone Kleebach alias Susanne Klatten, dass die Realität emotional und nüchtern zugleich fiktionalisiert werden kann.

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