Verdammte dieser Gruft

Castorf peinigend und großartig: Dostojewskis »Die Brüder Karamasow« an der Berliner Volksbühne

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Dostojewskis Roman: ein verhasster Vater, drei Brüder, ein zum Mord verführter Halbbruder - und Frauen. Und natürlich Geld. Ein Gemisch, das explodiert. Der Mensch: Erhebt sich und ist schon erschlagen.

Im Anspruch auf Alleinvertretung werden Glaube und Unglaube zu Irrlehren, werden Kommunismus und Kirche zur elenden Wachtmeisterei. Und nie ist die Vernunft eine Siegerin über Gott - so wie die Farbe nicht Siegerin über den Klang sein kann. Eben erst zeigte sich Frank Castorf am Schauspiel Stuttgart in Hochform, als er Andrei Platonows »Tschewengur« als tollböses, bitterlustiges Spiel inszenierte: über die leidenschaftliche, Leiden schaffende Suche nach dem neuen Menschen. Massen mobilisiert, Massen gemordet. Bilder vom Kommunismus als naiver Donquichote, bolschewistischem Klerus, verhängnisvoller Militanz. Theater als Abart-Odyssee, am Ende einschwenkend in die Mahnung vor neuen Revolutionen, aber gleichzeitig auch Warnung vor Entleerungen aller Glaubenshorizonte. Das ist des Menschen ewiger Teufelskreislaufkollaps: Wie nur human bleiben, ohne zu meinen, dies müsse an den Eifer einer Mission gebunden sein?

An der Volksbühne wird ...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, haben Sie folgende Möglichkeiten:


Haben Sie bereits ein Online- oder Kombi-Abo? Dann loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo:

Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Warum ist der Artikel so kurz?

Der Artikel ist in Wirklichkeit länger: 1373 Wörter (9101 Zeichen).

Wenn Sie ein entsprechendes Abo gewählt haben, können Sie sich einloggen und den ganzen Artikel lesen. Und auch alle anderen Artikel seit 1990.

Wir stellen einen großen Teil unseres Angebots im Internet gratis zur Verfügung. Damit das finanzierbar bleibt, ist es wichtig, das viele Leute trotzdem bereit sind, für das Angebot zu bezahlen.

Alle Abo-Angebote

Foto: Zeitung, Smartphone, iPad und eine Tasse Kaffee

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.