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Recht und Ordnung 4.0

Simon Poelchau über Pläne für einen Drohnen-Führerschein

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Willkommen also in der Zukunft made in Germany: Bevor es zu einer (technologischen) Revolution kommt, werden erst mal Gesetze geschaffen. Es muss halt alles sein Recht und seine Ordnung haben.

Der russische Revolutionsführer Lenin soll einmal gesagt haben, dass die Deutschen erst mal eine Bahnsteigkarte kaufen würden, bevor sie einen Bahnhof stürmen. Damit wurde ein allgemein kolportiertes Wesensmerkmal dieser Population zwischen Rhein und Donau auf den Punkt gebracht - nämlich, dass alles sein Recht und seine Ordnung haben muss.

Was vor rund einhundert Jahren galt, gilt heute noch immer. Anders lassen sich die jüngsten Verlautbarungen aus dem Bundesverkehrsministerium nicht interpretieren. Doch was damals der Bahnsteig war, ist heute die Drohne. Die Benutzung eben jener etwas aufgemotzten Spielzeughelikopter, die Konzerne wie Google und Co. eventuell irgendwann mal kommerziell nutzen wollen, soll jetzt reglementiert werden. Ab einem Gewicht von 500 Gramm sollen diese Dinger eine Art Kfz-Kennzeichen bekommen, Flüge über Industrieanlagen, Gefängnissen, militärischen Anlagen, Unglücksorten oder Katastrophengebieten verboten werden. Und alle gewerblichen Nutzer - was wohl am ehesten noch auf findige Kameramänner zutrifft - sollen nach den Plänen aus Alexander Dobrindts Ressorts einen Drohnenführerschein machen müssen.

Willkommen also in der Zukunft made in Germany. Bevor es zu einer (technologischen) Revolution kommt, werden erst mal Gesetze geschaffen. So viel Recht und Ordnung 4.0 braucht das Land wohl. Gute Nacht!

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