Werbung

Geräusch »in der letzten Sekunde«

Spezialisten untersuchen den Flugschreiber der in Ägypten abgestürzten Maschine

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Auf der Blackbox der Flugzeugkatastrophe in Ägypten ist ein Geräusch zu hören - möglicherweise eine Explosion. Könnten unzureichende Sicherheitsmaßnahmen Schuld an der Tragödie sein?

Kairo. Eine Woche nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine in Ägypten stehen mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche Anschläge auf dem Prüfstand. Eine Gruppe russischer Experten flog nach Angaben von Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch nach Ägypten, um dort mit den Behörden über die Sicherheit an Flughäfen zu beraten. Weitere Spezialisten sollten folgen. Dabei würden Empfehlungen für zusätzliche Maßnahmen gegeben. Die Ermittlungen zur Absturzursache konzentrieren sich nach vermehrten Hinweisen auf eine Bombe an Bord des russischen Ferienflugzeugs auf ein verdächtiges Geräusch unmittelbar vor der Katastrophe.

Der Chef des internationalen Ermittlerteams, Ayman al-Mokadem, sagte am Samstag in Kairo, ein Geräusch sei »in der letzten aufgenommenen Sekunde des Flugschreibers gehört« worden. Die Sequenz müsse nun von Spezialisten untersucht werden. Für Rückschlüsse sei es aber noch zu früh. Ausgeschlossen werde kein Szenario. Die Trümmerteile des Flugzeugs lägen über eine Länge von 13 Kilometern verstreut, dies könne auf ein Auseinanderbrechen der Maschine in der Luft - 23 Minuten nach ihrem Start im Badeort Scharm el-Scheich - hindeuten. Das Wrack solle zur weiteren Untersuchung nach Kairo gebracht werden. An den Ermittlungen seien 58 Experten aus Ägypten, Russland, Deutschland, Frankreich und Irland beteiligt. Außenminister Samih Schukri erklärte, man werde sich »keine Hypothese zu eigen machen, bevor die Untersuchung nicht abgeschlossenen ist«.

Internationale Geheimdiensthinweise legten zuletzt nahe, dass der Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia durch einen Sprengsatz der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an Bord vom Himmel geholt wurde. Alle 224 Menschen an Bord starben. Nach Informationen der »Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung« vermutet auch die Bundesregierung den IS hinter dem Absturz.

Die Sicherheitsmaßnahmen an ägyptischen Flughäfen gelten als gering. Reisende berichten von unzureichenden oder ganz ausbleibenden Kontrollen. Es ist ohne Weiteres möglich, Flaschen mit Flüssigkeiten oder Glas im Handgepäck in die Maschine zu bringen. Die schlecht bezahlten Angestellten führen ihre Arbeit häufig unmotiviert wirkend und oberflächlich aus. Ein internationaler Sicherheitsexperte sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass es an ägyptischen Flughäfen leicht sei, verbotene Gegenstände an Bord zu schmuggeln, solange man jemanden vom Personal kenne oder genügend Geld bezahle.

Das ägyptische Luftfahrtministerium hingegen betonte, alle Flughäfen im Land entsprächen internationalem Standard. Sie würden regelmäßig auf nationaler wie internationaler Ebene überprüft.

Derweil wurden seit Russlands Stopp der regulären Flugverbindungen nach Ägypten am Freitag bereits rund 11 000 festsitzende russische Touristen nach Hause gebracht. »Heute werden es wahrscheinlich deutlich mehr sein«, sagte Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch am Sonntag in Moskau. Insgesamt waren nach Behördenangaben rund 80 000 russische Urlauber in Ägypten gestrandet. Russland hatte am Freitag wegen Sicherheitsbedenken sämtliche Flüge in das Land am Nil. Auch Tausende britische Touristen sind nach wie vor im Südsinai gestrandet. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!