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Darauf eine Sachertorte!

»Open-Mike«-Wettbewerb

Zwei Österreicherinnen haben am Sonntag beim Literatur-Nachwuchswettbewerb »Open Mike« (»Offenes Mikrophon«) in Berlin die Preise für Prosa gewonnen. Ausgezeichnet wurden die Drehbuchautorin Jessica Lind für »Mama« und die Lektorin Theresia Töglhofer für »Das pure Leben«. Die Auszeichnung für Lyrik erhielt Andra Schwarz aus Leipzig für ihre Gedichte. Die »taz«-Publikumsjury kürte den Erlanger Studenten und Herausgeber der Literaturzeitschrift »Seitenstechen«, Philip Krömer, für seinen Text »der eine der andere«.

Der seit 1993 verliehene »Open Mike« gilt als einer der wichtigsten Nachwuchspreise für deutschsprachige Autoren. Erfolgreiche Autorinnen wie Karen Duve, Julia Franck oder Terézia Mora haben ihre Karriere hier begonnen. Der Preis wird von der Literaturwerkstatt Berlin und der Frankfurter Crespo Foundation ausgelobt und ist mit insgesamt 7500 Euro dotiert. Während des zweitägigen Finales hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils fünfzehn Minuten Zeit, das Publikum und die Jury von ihrem Text zu überzeugen. Insgesamt hatten sich fast 600 Nachwuchsautoren beworben. Die Gewinner lesen im Anschluss auch in Frankfurt (11.11.) und Wien (19.11.)

Jessica Lind, Jahrgang 1988, produziert schon länger Prosa. Vor einigen Jahren hat sie für den Ö1-Literaturwettbewerb »WÖRTER.See« (!) »einen überaus zarten und sensiblen Text geschrieben«, wie der ORF mitteilt. 2009/2010 erhielt sie »das Hans- Weigel-Literaturstipendium«, und zwar mit der Begründung: »Unter Bedachtnahme auf ihre Jugend zeigt die Autorin eine außergewöhnliche sprachliche Reife, die bereits eine eigenständige Melodie aufweist.« Wir wollen nicht auf eine Textprobe verzichten, um das außergewöhnliche Talent dieser Autorin zu beweisen: »(...) Ich kann den Duft der Felder riechen, auf beiden Seiten. Das Gehen fällt mir leicht (...) Ich trage ein leichtes Sommerkleid und spüre den Wind, der mir unter den Stoff weht. Ich brauche mich nicht festzuhalten. Mit dem Fuß scharre ich in den sandigen Boden und spüre die Erde. Meine Hände zittern ein wenig. Ich gehe immer weiter, immer weiter (...) ich falle nicht in den Abgrund, sondern ich stoße mich vom Boden ab und kann in die Luft steigen und davonfliegen, aber nicht in die Dunkelheit, sondern aus der Dunkelheit hinaus, ins Licht, das ich warm auf meiner Haut spüre.« Ganz unzweifelhaft große moderne Literatur! Nicht ganz auszuschließen, dass es sich bei den anderen Preisträgern um ähnliche Jahrhundertliteraturgenies handelt. nd/dpa

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