Ein Boxspringbett als Hilfsmittel

Conterganopfern wird die Kostenübernahme oft verweigert. Nun klagt eine betroffene Frau

  • Von Elke Silberer, Köln
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

30 Millionen stellt der Bund Conterganopfern pro Jahr für besondere Hilfen zur Verfügung. Das reicht offensichtlich nicht aus, um den Betroffenen zu helfen.

Wenn Christiane Ortel abends ins Bett geht, kann sie sich mit ihren kurzen Armen nicht abstützen. Sie ist ein Conterganopfer. Früher hat das noch mit Muskelkraft geklappt. Da hatte sie auch noch nicht diese Schmerzen in Hüfte und Knien. Immer musste ihr Mann helfen: Beim Hinlegen, Aufstehen - auch wenn sie aufgewacht war, weil sie sich wieder mal im Bett so verdreht hatte, wie es nur ein Mensch mit kurzen Armen fertigbringt, weil die nicht stützen können.

Mit dem sogenannten Boxspringbett, das ihr der Arzt verordnete, wurde durch die richtige Höhe und Ausstattung der Matratze vieles besser, wie sie vor dem Prozess am Dienstag gegen die Conterganstiftung am Verwaltungsgericht Köln erzählt. Sie habe weniger Schmerzen, mehr Selbstständigkeit, guten Schlaf und ein besseres Gemüt. Für Ortel ist das Bett ein Hilfsmittel, für die Conterganstiftung hingegen nur ein Möbel. Die 53-jährige Frau und Mutter von zwei Kindern verklagte die Stiftung au...


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