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Niemals vergessen

Bundesweit Gedenken an Opfer der Pogromnacht von 1938 / Mahnungen vor einem neuen Antisemitismus in Deutschland

Update 12.50 Uhr: Schramm warnt vor Wiederaufflammen rassistischer Gewalt in Deutschland
77 Jahre nach den Nazi-Pogromen gegen Juden hat der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, vor einem Wiederaufflammen rassistischer Gewalt in Deutschland gewarnt. »Heute brennen Flüchtlingsunterkünfte, hetzen Hassredner«, sagte Schramm am Montag in Erfurt. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärte, Flüchtlinge bräuchten Schutz - »und diesen Schutz müssen wir organisieren«. Auf dem jüdischen Friedhof der Landeshauptstadt erinnerten Vertreter von Landesregierung, Landtag, Parteien und Kirchen an die Opfer der Pogromnacht.

Gedenken zum 77. Jahrestag der antisemitischen Pogromnacht

Bundesweit wird am Montag der Opfer der antisemitischen Pogromnacht von 1938 gedacht. Geplant sind unter anderem Andachten, Gebete und Lesungen. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin lädt zum 77. Jahrestag der November-Pogrome von 1938 unter anderem zu einer Kranzniederlegung ein. Mit dem Gedenken sind Mahnungen vor einem neuen Antisemitismus in Deutschland verbunden.

In Thüringen gibt es unter anderem in Erfurt, Weimar, Altenburg, Nordhausen und Jena Gedenkveranstaltungen. Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linkspartei sagte im Vorfeld, der 9. November sei ein Tag der Erinnerung, der Mahnung und des Gedenkens. Der Blick zurück schärfe auch den Blick nach vorn. Bundespräsident Joachim Gauck gedenkt am Montag in Oranienburg der Opfer des NS-Terrors. In der brandenburgischen Stadt wird er an der Gedenktafel am Standort der ehemaligen Synagoge einen Kranz niederlegen. Danach spricht Gauck mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen überall in Deutschland Synagogen in Flammen auf, wurden jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe zerstört. Etwa 1.000 Menschen wurden umgebracht. Nach der Pogromnacht ließ die Gestapo etwa 30.000 deutsche Juden verhaften und in Lager bringen. Agenturen/nd

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