»Unser Delikt ist es, Antiimperialisten zu sein«

Boliviens Präsident Evo Morales über den US-Geheimdienst, linke Wirtschaftspolitik und eine mögliche Wiederwahl

Evo Morales Ayma ist seit 2006 Präsident von Bolivien. Der erste indigene Staatschef des Andenstaates steht zugleich der regierenden Bewegung zum Sozialismus (MAS) vor. Das Parlament hat vergangene Woche den Weg für ein Referendum über eine Verfassungsänderung geebnet, die Morales eine erneute Kandidatur im Jahr 2019 ermöglichen soll. Das folgende Interview ist Teil eines ausführlicheren Podium-Gesprächs, das Harald Neuber mit dem linken Staatschef während dessen jüngstem Deutschland-Besuch bei einer Großveranstaltung in der Technischen Universität Berlin führte. Im Audimax bereiteten am 5. November 2000 Zuhörer Morales einen herzlichen Empfang.

Herr Präsident, ich hoffe, Sie hatten dieses Mal eine gute Reise nach Europa. Ich erinnere mich an einen Zwischenfall bei Ihrem letzten Europa-Aufenthalt, als Sie 2013 nach der Abreise aus Moskau von den europäischen Behörden zur Notlandung in Wien gezwungen wurden. Wie sehen Sie diesen Zwischenfall rückblickend?
Ich glaube, das war eine Strafaktion der USA und einiger europäischer Verbündeter. Sie hatten mir ja vorgeworfen, diesen jungen Aktivisten, Edward Snowden, an Bord zu haben. Ich war von den Erdöl exportierenden Staaten nach Russland eingeladen worden. Als alle Treffen vorbei waren und der Gipfel beendet, reiste ich wieder ab, aber als wir nahe Lissabon, Portugal, landen wollten, war mir das nicht möglich, es wurde verboten. Auf einmal hieß es, wir dürften nicht nach Italien, auch nicht nach Frankreich. Es blieb nur der Weg zurück nach Russland und ich glaube, der Treibstoff hätte dafür nicht mehr gereicht. Also sagte ich: »Wa...

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