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Ultranationalist

PERSONALIE

  • Von Ulrich Heyden, Moskau
  • Lesedauer: 2 Min.

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Für viele Ukrainer ist er ein Held, weil er radikale Reden schwingt und sich - obwohl Abgeordneter der Werchowna Rada - nicht an den parlamentarischen Ritualen beteiligt. Als sich Dmitro Jarosch im Januar im Bürgerkrieg in der Ostukraine eine Armverletzung zuzog und ein Foto vom Krankenbett im Internet auftauchte, war er noch mehr »Held«. Doch am Mittwoch trat der Leiter des Rechten Sektors zurück. Er war nicht mit einer »revolutionären Strategie« zum Sturz der gegenüber Russland angeblich zu nachgiebigen Kiewer Regierung einverstanden, die von der Mehrheit einer Konferenz des Dachverbandes in Kiew beschlossen wurde. Jarosch hat erkannt, dass die radikalen Methoden, mit denen die von ihm im Dezember 2013 gegründete rechtsradikale Organisation den gewählten Präsidenten Viktor Janukowitsch aus dem Land jagte, jetzt nicht sinnvoll sind.

Jarosch kritisiert die Regierung zwar wortgewaltig als »Okkupationsregime«, will sie aber nicht gewaltsam stürzen, da die Ultranationalisten zurzeit nicht in der Lage seien, etwas Besseres zu schaffen. Stattdessen würde die Wirtschaft zusammenbrechen, erklärte der 44-Jährige, der seit 1989 in der nationalistischen Bewegung der Ukraine aktiv ist und beste Kontakte zu dem im Juni diesen Jahres zurückgetretenen Geheimdienstchef Walentin Naliwaitschenko hat.

Dmitro Jarosch wurde 1971 im ostukrainischen Dnjeprodserschinsk geboren. 1994 gehörte er zu den Initiatoren der ultranationalistischen Organisation ››Trisub‹‹ (Dreizack), die sich dann an der Etablierung rechter Kräfte unter einer gemeinsamen Struktur beteiligte. Im Oktober 2014 wurde Jarosch als Kandidat der im März gegründeten Partei Rechter Sektor über ein Direktmandat im Dnjepropetrowski-Gebiet in die Werchowna Rada gewählt. Er war jedoch nur bei 5 von 114 Parlamentssitzungen anwesend. Der Kiewer Politologe Wladimir Fesenko glaubt nicht, dass sich Jarosch vollständig aus dem Rechten Sektor zurückzieht. Er bleibe »mindestens informeller Leiter«, denn in der Organisation gebe es keinen gleichwertigen Ersatz.

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