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Ecuador will den Andenkondor retten

Nur noch etwa 50 Exemplare des Greifvogels leben in freier Wildbahn

  • Von Regine Reibling, Quito
  • Lesedauer: 2 Min.

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In der Mythologie der Inkas überbrachte der Andenkondor Nachrichten der Götter. Der Vogel mit fast drei Meter Spannweite ist vom Aussterben bedroht.

Um den Andenkondor ranken sich Mythen und Legenden. Eine, die in Ecuador immer wieder erzählt wird, handelt vom verliebten Kondor. Er kam von den Gipfeln der Berge herab und nahm ein Bauernmädchen mit, das er beim Schafe hüten beobachtet hatte. Als die Familie die Abwesenheit ihrer Tochter bemerkte, stürmte sie in die Berge, um sie zu befreien. Wieder zu Hause verliebte sich auch das Mädchen in den Kondor, folgte ihm und bekam selbst Flügel.

Die Legende verdeutlicht das zwiespältige Verhältnis der Ecuadorianer zu ihrem Wappentier, das vom Aussterben bedroht ist. Einerseits haben viele Ehrfurcht vor dem Greifvogel, der in der Mythologie der Inkas als Nachrichtenbote der Götter galt. Andererseits auch Angst vor dem Riesen der Lüfte, der eine Spannweite von bis zu drei Metern erreichen kann. »Vorsicht, dich könnte ein Kondor schnappen«, ist bis heute ein geflügelter Spruch auf dem Land, vor allem für junge Frauen.

Aus Angst werden immer wieder Vögel abgeschossen, obwohl die Jagd seit 2000 verboten ist. »Wir haben verletzte Tiere mit 50 Schrotkugeln gefunden«, berichtete der Biologe Yann Potaufeu der Tageszeitung »El Telégrafo«. Er arbeitet im Haus des Kondors, einem Zentrum zum Schutz der Greifvögel, rund 120 Kilometer von der Hauptstadt Quito entfernt.

In freier Wildbahn leben nach Angaben der ecuadorianischen Behörden nur noch rund 50 Kondore. Die Jagd nach dem Aasfresser ist ein Grund für die sinkende Population, aber auch der schwindende Lebensraum. Im kargen Hochland der Anden findet er immer weniger zu fressen. Zudem gilt er als monogam und hat eine sehr geringe Reproduktionsrate. Erst mit acht Jahren sei der Vogel geschlechtsreif und lege nur alle zwei Jahre ein Ei, erläutert Potaufeu.

Mit Reproduktionszentren helfen Experten nach. Im Zoo von Guayabamba bei Quito sind vor einigen Jahren die ersten Kondore geschlüpft. Huayra und Killari sollen nun ausgewildert werden. Im Haus des Kondors sollen sie an ihre neue Umgebung gewöhnt werden. Bis sie ganz in die Freiheit entlassen werden, dauert es noch einige Monate. Sie müssten erst lernen, ihr Futter selbst zu suchen, so Juan Manuel Carrión, Direktor der Zoologischen Stiftung Ecuadors.

Die Auswilderung ist Teil des Kondor-Schutzprogramms der Regierung Ecuadors, ebenso wie die Beobachtung der Vögel. Jüngst startete der erste nationale Zensus für Kondore. Im ganzen Land beobachteten Experten die bekannten Nistplätze und zählten die Tiere. Die Ergebnisse stehen noch aus. In Peru ist 2016 ebenfalls ein Zensus geplant. Dort sollen zwischen 600 und 2000 Kondore leben. Der Kondor ist in der gesamten Andenregion, von Kolumbien bis Patagonien, heimisch.

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