Vorbei mit der Freundlichkeit

Angela Merkel steht in der Union wegen der Flüchtlingsfrage mit dem Rücken zur Wand

  • Von Peter Richter
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In der Union geht es um mehr als einen Streit in der Flüchtlingsfrage. Starke Kräfte in CDU und CSU werfen Merkel eine generelle Minderung konservativen Einflusses vor.

Einen Plan hat es wohl nicht gegeben, aber die Gelegenheit will man sich nun nicht entgehen lassen. Angela Merkels unübersehbare Schwäche bei der Bewältigung des zwar von ihr nicht ausgelösten, jedoch dann zur Krise beförderten Flüchtlingsproblems liefert die Chance, lange in den Unionsparteien aufgestauten Unmut zur Revolte eskalieren zu lassen.

Horst Seehofer hatte damit begonnen, zunächst noch unbestimmt und sorgsam darum bemüht, die Kanzlerin nicht persönlich anzugreifen. Zugleich aber stellte er Forderungen auf, die sich direkt an die Regierungschefin richteten und mit plattem Populismus schnell Unterstützer nicht nur in der CSU, sondern auch in der CDU und einem Teil der Bevölkerung fanden. Denn dort hatte eine starke Minderheit schon lange mit Sorge gesehen, dass Merkel die konservativen Grundwerte der Union mit nonchalanter Gleichgültigkeit behandelte und die eine oder andere bisher heilige Position opferte, wenn diese dem...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.