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Sie scharren mit den Kufen

Nach anderthalb Jahren Zwangspause geben Aljona Sawtschenko und Bruno Massot endlich ihr gemeinsames Debüt

  • Von Andreas Frank, Hamburg
  • Lesedauer: 3 Min.
18 Monate des Wartens sind vorbei: Für die fünfmalige Paarlauf-Weltmeisterin Aljona Sawtschenko beginnt am Mittwoch mit ihrem neuen Partner Bruno Massot ein neuer Karriereabschnitt. Die Fans sind gespannt.

18 quälend lange Monate hat Eiskunstläuferin Aljona Sawtschenko ungeduldig mit den Kufen gescharrt, und so kommt das Wettkampfdebüt an der Seite ihres neuen Partners Bruno Massot nun wie eine Erlösung. »Wir sind so weit, wir können endlich unser Zeug bringen«, sagt die fünfmalige Paarlaufweltmeisterin ehrgeizig und forsch wie eh und je.

Der Einstieg in den letzten Karriereabschnitt der zweimaligen Olympiadritten spielt sich allerdings noch auf der kleinen Eisbühne ab. Bei zur zweitklassigen Challenger-Serie gehörenden Tallinn Trophy kämpft das neue Duo am Mittwoch und Donnerstag um Qualifikationspunkte für die Welt- und Europameisterschaften dieses Winters und erste Zähler für die Weltrangliste.

Das monatelange Tauziehen um die Freigabe des Franzosen Massot für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat das Paar nur noch mehr zusammengeschweißt. Und doch sind die Herangehensweisen an die gemeinsame Premiere unterschiedlich. Der 26-jährige Massot muss vor allem noch den Weg aus dem Schatten seines Vorgängers Robin Szolkowy finden, der seine Karriere im vergangenen Jahr beendete. »Ich versuche, einen guten Job zu machen. Aljona und Robin waren ein tolles Paar, aber das ist jetzt Vergangenheit«, sagt Massot eher defensiv, während die gebürtige Ukrainerin schon beim Auftakt im Kurzprogramm am Mittwoch auf Angriff setzt: »Wir sind jetzt frei und wollen den Erfolg.«

Da trifft es sich zur Einordnung ganz gut, dass auch die nationale Konkurrenz beim Wettbewerb in der Hauptstadt Estlands dabei sein wird. Mit Szolkowy an der Hand war Sawtschenko ihren deutschen Rivalen stets weit überlegen, nun geht es im direkten Vergleich gegen das in dieser Saison schon siegreiche neue Paar Mari Vartmann und Ruben Blommaert (Düsseldorf/Oberstdorf) sowie die deutschen Vizemeister Minerva Fabienne Hase und Nolan Seegert aus Berlin.

Nach der langen Zwangspause stehen bei Sawtschenko und Massot bis Weihnachten gemeinsame Wettkämpfe einschließlich der deutschen Meisterschaften Mitte Dezember in Essen im Vordergrund, danach wollen sie bei Schaulaufen auch Geld verdienen. Immerhin stehen sie in der Pflicht, sich an der »Ablösesumme« für Massot in Höhe von 30 000 Euro an den französischen Verband angemessen zu beteiligen. »Der sportliche Erfolg unseres neuen Paares ist schon ein Gradmesser für ihre Förderung. Insofern ist Druck da, aber durch diesen Druck kann man ja auch wachsen«, sagt DEU-Vizepräsident Uwe Harnos. Der Jurist hatte die finalen Verhandlungen mit Frankreichs Verbandspräsidenten Didier Gailhaguet geführt.

Wenn die deutschen Behörden mitspielen, können Sawtschenko und Massot auch bei den Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang richtig gutes Geld verdienen. Bis dahin muss Massot allerdings einen deutschen Pass haben, der Antrag auf Einbürgerung ist bereits gestellt. SID/nd

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