Zoé Sona 19.11.2015 / Inland

Mal Monster und mal Diddl-Maus

Beate Zschäpe wird in der Berichterstattung dämonisiert oder verharmlost – genauso wie einst NS-Täterinnen

Eine Studie untersucht die Medienbilder über die NSU-Terroristin Beate Zschäpe. Ihre Entpolitisierung und Dämonisierung halfen der Gesellschaft, die eigene Verantwortung zu verdrängen.

»Der Teufel hat sich schick gemacht«, betitelte die »Bild«-Zeitung einen Artikel über Beate Zschäpe kurz nach Beginn des NSU-Prozesses im Mai 2013. Ein Jahr später bezeichnet sie die »Zeit« als »braune Witwe« und wieder ein Jahr darauf leitete die »taz« einen Artikel mit dem Titel »die liebe Diddel-Maus« ein. Ja, was ist sie denn nun, ein Monster oder ein Kuscheltier? Auch wenn sie angekündigt hat, ihr vier Jahre langes Schweigen zu brechen und eine Aussage zu machen, wird sie darüber wahrscheinlich keine Auskunft geben. Handelt es sich hier doch um eine gesellschaftliche Wahrnehmung der Terroristin, die sich mehr mit ihrem Erscheinungsbild und ihren Beziehungen beschäftigt, als mit ihren Taten. Charlie Kaufholds Buch »In guter Gesellschaft? Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung über Beate Zschäpe« liefert dagegen aufschlussreiche Antworten.

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