Michael Schulze von Glaßer 23.11.2015 / Inland

Kampf um die Köpfe

Eine Denkfabrik der NATO entwickelt mit deutschen Journalisten und Wissenschaftlern neue Propagandatechniken

Friedensaktivisten machen gegen eine Kaserne am Niederrhein mobil. Dort werden die Luftstreitkräfte der NATO koordiniert und Strategien entwickelt, die Bevölkerung von Kriegseinsätzen zu überzeugen.

Kalkar am Niederrhein: 13 685 Menschen leben in dem beschaulichen Ort mit dem mittelalterlichen Stadtkern unweit der niederländischen Grenzen. Auf der Website der Stadt wird über die aktuelle Flüchtlingssituation und eine Adventsausstellung informiert, am kommenden Wochenende gibt es einen Nikolausmarkt - nichts Ungewöhnliches dieser Tage. Kalkar ist eine unauffällige deutsche Kleinstadt. Nur ein eingezäuntes Areal, das sich abgeschottet hinter Bäumen im Südwesten der Stadt anschließt, passt nicht so recht ins Idyll. Es ist das Hauptquartier des »Zentrums Luftoperationen« der Bundeswehr. Von hier aus werden die deutschen Luftstreitkräfte dirigiert, bei Übungen im Inland, aber auch bei Einsätzen im Ausland. Für die NATO übernimmt das Bundeswehr-Zentrum diese Aufgabe sogar vom Atlantik bis nach Russland. Und auch den Weltraum haben die Militärs von Kalkar aus im Blick und können den Befehlshabern nach eigenen Angaben »in Echtzeit« Lagebilder liefern.

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